Geſtreif
“ Geſtreifet, wird bey der Jägerey der Balg eines Wildprets oder wilden Thieres, wenn es nicht auf dem Bauche aufgeſchärft, ſondern ganz über den Kopf gezogen wird, genannt, Man ſchneidet es alsdann an den Hinterfüßen und unter den Kehlen ein, der Bauch aber bleibe un- verleßt, Es findet dieſes vorzüglich bey Bälgen Statt, die am liebſten zu Pelzen gahr gemacht werden,
Geſiübe, Stübbe, die Decke des Meilers, wodurch das Feuer gehindert wird, auszubrechen.- Man bewirft näm- lic) den Holzſtoß des Meilers durchzängig mit Erde, und dieſes heißt alſo eigentlich: Geſtüre,
Geſtüber, Gelos, Loſung, der Koch der Feldhühner.
Gejtüberand, der Rand von Ge- ſtübe oder Erde, welcher um eine Kohlen- ſtätte geführet wird.
Getöſet, ſagt man von Hunden, wenn ihnen nach ſtarkem Laufen der Bauch
ſchläget«
Getreide, Korn. Hierunter be. greift man theils die Pflanzen, die mie Fleiß angebauet werden, um ihren Saa- men hauptſächlich zur Nahrung für Men- ſchen uad Thiece zu gewinnen, theils aber dieſen eingewonnenen Saamen ſelbſt. Jn Anſehung des leßtern wird geſagt: Gotrei- de- oder Kornpreis, Getreide- oder Korn» markt, Getreide- oder Kornausfuhre und dergl. Unſre gewöhnlichſten Kornarten ſind: Weizen, Roggen, Gerſte, Haber, Dinkel, Hirſe, Heidekorn, Erbſen, Lin- ſe u. ſ.f. Von allen dieſen Arten wird in beſondern Artiteln gehandelt,
Gewärf I9
Getriebe, Trieb, Triſlling, Drilling, Laterne, ein kleines Rad in einer Maſchine von Rädern, das von den Zähnen oder Kämmen der eigentlichen Räder bewegt wird, dieſe Räder unter einander zur Bewegung verknüpft, und zugleich die Bewegung beſchleuniget. Je weniger Triebſtöcke ein Getriebe hat, deſto mehr beſchleunigt es die Bewegung. Doch ſpannt ſich öfters der Zahn im Triebſtok, und die Reibung iſt groß, wenn zu wenig Triebſiöc>ke angebracht ſind. In hölzer« nen Maſchinen ſind die Getriebe insgemein von Holz, und man nennt ſie Trillinge oder Laternen. In unſern Mahlmühe len beſteht das Getriebe oder Trilling aus 2 hölzernen Scheiben, die in einiger Ent- fernung durch Triebſtö>ke von Holz verei- nigt ſind.- Das Ganze ſißt insgemein auf der Welle desjenigen Rades, dem es die erhaltene Bewegung mittheilen ſoll. Zn die Triebſtöcke müſſen die Zähne des Kamm- oder Stirnrades genau eingrei-
- fen. Bey einem einfachen Mühlenwerke
wird das Getriebe, welches auf der eiſer- nen Welle des Mühlſteins ſte>t, von dem Kammtrade, dieſes durch die Welle, auf der es ſich befindet, und die Welle durch das äußere Waſſerrad, welches durch das Waſſer umgetrieben wird, gedrehet, Sind die Triebſtö>e aber nicht in Scheiben ein- geſeßt, ſondern in der Welle eingeſtämmt, ſo heißt alsdann ein ſolches Getriebe ein Kumpf, Dieſe Getriebe ſind ſtärfer, Die Verfertigung eines Getriebes erfor- dert eine richtige Ausmeſſung und genaue Bearbeitung.
Gewäßf, Gewerk, Gewoerft, Gewehr, Waffen, Schneid, die langen Zähne einer Sau, mit welchen ſie
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