Geſchwüre
ſind, und aus Verwundungen, beſonders wenn Holzſplitker oder Dornen zum Grun- de liegen. Man tkheilet die Geſchwüre in gutartige und bösartige, Erſtere ha- ben ein weißes Eiter ohne Geruch, und das Fleiſch, welches ſie umgiebt, iſt nicht ver» artet, alſo roth und körnicht, Die bös-
artigen Geſchwüre haben, Statt des Ei--
ters, Waſſer, dünnes, übelriechendes Bluk, und weißes wildes Fleiſch, womit ſie umgeben ſind.
Die gutartigen Geſchwüre können, nach Verſchiedenheit des Orts, an dem ſie ſich befinden, mehr oder wenig gefährlich ſeyn z 3. B. wenn ſie nahe an den Gelenken ſind, ſo dringt das Eiter leicht in dieſelbigen ein, und macht das Thier oft zu allen Verrichtungen untauglich. Cben ſo find die Geſchwüre der Knorpel, der Beine, der Bänder u, ſ,w. gefährlich und ſchwer zu heilen.
Die Heilung gutartiger Geſchwüre, beſonders an gefahrloſen Stellen, iſt ein- fach und leiht. 1) Man ſucht das Ge- ſchwür in mäßiger Eiterung ſo lange zu erhalten, bis alles das verzehret iſt, was von der Entzündung angegriffen worden, und wobey die Salbe( Nr. 3. im Art, Ge- ſchwulſt der Pferde.) die beſte iſt, 2) Iſt die Citerung allgemein geworden, ſo wird das Geſchwür unrein und mit wildem Flei- ſche bedec>t. Nun werden reinigende Mit- tel gebraucht, welche auch zum Theil die Vereinigung des Geſchwürs bewürken. Hiebey kann man nehmen 1 Pfund Wein und 4 Loth Honig; dieſes wird gut unter einander gemiſcht. Beym Gebrauche die- ſes Mittels kann man die Heilung ganz allein der Natur überlaſſen. 3) Um aber doch das Fleiſch, welches durch die Cite- rung verloren gegangen, bald wieder zu er- ſeßen, braucht man nyr allein den Copat-
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vabalſam aus der Apotheke. Dieſer hat eine zuſammen ziehende, ſtärkende Kraft, ohne daß durch dieſe ſeine Wirkung die Eiterung zu ſchnell unterdrüct würde. 4) Liegen fleine Splitter oder Dornen zum Grunde des Geſchwüres, ſo darf man nur. Hafenfett aufſtreichen, wovon ſelbige bald' hervor gezogen werden. Ohne das Hervorbringen der allerkleinſten Splittex heilt fein Geſchwür,
Bögartitge oder faule Geſchwüre, die wildes Fleiſch haben, enthalten einen böſen, ſtinkenden Eiter, oder gar Waſſer mit Blut vermiſcht, und wollen nicht zu- ſammen heilen. 1) Man muß innerlt- che Mittel gebrauchen, weil man ſowohl bey äußerlichen als innerlichen Krantheiten zuerſt die Urſach entfernen muß, welche die Krankheit erregt. Groößrentheils aber iſt das verdorbene Blut an den bözartigen Geſchwüren Urſache, das daher zuferderſt gebeſſert und gereiniget werden muß. Man lobet in dieſer Abſicht Spießglasleber, fein geſtoßen 2 Lotchz; Küchenſalz 3 Loth, mit etwas Honig gemiſcht, und des Mor- gens auf einmal auf die Zunge geſtrichen. Fährt man mit dem Gebrauche diefes Mitk- tels fort, ſo darf man nur mit deim vorhin genannten Honig und Wein das Geſchwür rein zu halten ſuchen. 2) Hat man aber mit dieſer Heilung eine Zeit lang angehal- ten, und das Blut gebeſſert, fo gebraucht man äußerlich, um der Fäulung zuvor zu fommen, von der Digeſtivſalbe(Nr. 3. im Art, Geſchwulſt) 3 2oth, nachdem man ein halbes 2och Aloe gepulvert damit gu? abgerühret hat. 3) Bey dieſem Verfah- ren wird das Geſchwur mit der Zeit ents weder rein, das Fleiſch geſund und die Wunde heil werden, oder in Brand über- gehen, und man muß die dabey erfordere
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