Geſchwülſte
ſoll dem VEiſen zwar Anſehen geben, es aber vorzüglich vor Ro ſchüßen, Geſchwülſte, Beulen, bey den Pferden, ſind entweder heiß oder kalt, Die kalten Geſchwülſte enthalten gemeinig-
lich Waſſer oder Blut, oder es ſind Sleiſch-
gewächſe, Rnochenttewächſe, oder Windgeſchwülſte, u, ſ. w. und dieſe muß man durch verſchiedene auflöſende er- wärmende Mittel, durch Reiben, durch
Umſchläge von wärmenden würzhaften
Kräutern, Thymian, Salbey, Kamil- lenblumen u. dergl, die man in Waſſer oder Bier kocht; durch Seifenbranntwein, Ter- penthinöl, Spieksl, u, dergl. nach der verſchiedenen Art der Geſchwülſte zu ver- theilen ſu<en, Die, welche Eiter oder Materie enthalten, werden Beulen ge- nannt, und müſſen mit einem Meſſer ge- Öffnet werden- Wäßerichte Geſchwülſie der Beine zertheilt man durch Reiben und fleißige Bewegung des Pferdes, wenig- ſtens zweymal täglich, durch Bähen mit kaltem Waſſer und innerliche Mittel, wel- d<e die Säfte verbeſſern; Meerrettig ge- hat, und dem Pferde aufs Futter bis zu einem halben Pfunde täglich gegeben, Cbenfalls dienet Senf gemahlen, und dem Pferde aufs Futter bis zu einem halben Pfunde täglich gegeben,
Zeulen, erhabene und runde Ge- ſchwuülſte ſind ebenfalls von zweyerley Art: beiße und Falte, Die heißen Beulen oder Geſchwülſte nennt man auch Ent- zündungsbeulen, Entzündungsgeſchwülſte, Sie ſind anfänglich hart, heiß, ſchmerz» haft, nehmen allmählig an Größe zu, wer- den am dritfen oder vierten Tage gern weich in ihrer Micte, als welches ein Zei- <en iſt, daß ſie in Vereiterung überge- gangen ſind, und die Materie ſich zu
Ger, Negtiexicon 111, Tveil,
Geſchwüiſte 9
ſammlen anfängt, Es giebt eine andre
Art heißer Beulen, welche eben ſo anfan-“
gen, wie dieſe, aber nicht in Wereiterung gehen, bleiben vielmehr ſchmerzhaft, heiß und hart, bis ein ganzes Stück Haut ab- fallt, und das zurü gebliebene Geſchwür ein wenig mit Blut vermiſchte Feuchtig- feit von ſich giebt. Dieſes ſind aber ei- gentlich die ſo genannten Drandbeulen, wovon gleich nachher.
Diejenigen heißen oder Entzün- dungsteſchwülſte, die ihren Siß in der Haut haben, werden roſenarticge Geſchwülſte genannt. Sie entſtehen zuweilen am Kopfe von ſtarker Sonnen hiße, zuweilen an den Beinen, ſelten an andern Theilen des Leibes. VWon dieſen aud) nachher.
Die kalren Beulen enthalten gleich im Anfange Materie, ſie ſchmerzen nicht, ſind weich, haben aber die Cigenſchafc, daß ſie plöklich von einer Stelle zur andern gehen, und oft von außen zu noch inwens dig ſ<lagen. Won ſolcher Art ſind gewiſſe Kropfoeulen. Das Wichtigſte in der Be- handlung dieſer Kropfbeulen beſteht darinn, ſie an dem Orte feſt zu halten, wohin ſie ſich geworfen haben, Dieſes geſchiehet am beſten, wenn man ſie gleich) vffnet, und die Beulen mit ſcharfen Salben, insbe- ſondere mit der Spaniſchen Fliegenſalbe (Nr. r.) beſchmieret, oder, indem man eine Haarſchnur durch ſelbige ziehet 3; wenn ſie anfangen zu ſchmerzen, ſie öffnet, und das zurück gebliebene Geſchwür mit Terpen»- thinöl oder dicken Terpenchin verbindet.
Die beißen Zetiien muß man zur Vereiterung oder zur Reife zu bringen ſu- <en. Dieß geſchieht, indem man ſie mit erweichenden Salben und Oelen ſchmieret, oder Umſchläge von Schleim gebenden Wurzeln, Kräutern oder Saanen Au
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