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auf großen Gütern iſt, immer noch Kort genug geſäet werden muß, Kann aber die Gerſte bereits am 1ſten Jul. oder noch früher geſäet werden, ſo kömmt man mit dieſer ganzen Anſtalt noch geſchwinder zum Ziel,
Noc<4 könnte man hiebey einwenden, baß es in manchen Jahren mit einer zu ſpäten Ausſaat ſehr mißlich ſeyn konn, wenn etwa um Michaelis ſchon Reif, oder wohl gar Froſt, einfallen ſollte. Dieſes iſt aber etwas höchſt ſeltenes, und wenn dergleichen Witterung ja einfällt, iſt ſol- <he doch nicht anhaltend, Es gienge uns dann mit der zu ſpäten Gerſte, wie es in ſolchen Fällen mit dem Grummet zu ge- ſchehen pflegt, der in manchen Jahren erſt nach Michaelis getrocknet und einge- ſammlet werden können, Ich. kenne ein ſehr großes Guth, wo alle Gerſte zum öftern erſt um und nach Michaelis auf dem Schwad liegend geſehen ward, weil man es in vielen Jahren eigends darauf anlegte, die Gerſtenſaat recht ſpäx ätzu- fangen, da man dena, weil die Ausſaat ſehr ſtark iſt, bis zum Jul. hin ſich damit beſchäftigte, Niemals habe ich geſehen,
' daß die Gerſte an dieſem Orte zum Malz-
machen, ihrer zu ſpäten Einſanimlung we- gen, unbrauchbar oder weniger tüchtig wäre gefunden worden. In Anſehung des Strohes darf man aber auch nicht be- ſorgen, daß es, wenn ein Froſt darüber gegangen, zur Fütterung weniger gut ſeyn werde, Jh babe es cinigemal bey mir erlebet, Daß uner Rogzenſtroh, wenn es durc) ſpäte Mayſröſte zum Fortwachſen verdorben, und dieſerhalb abgemähet wor- den, weit lieber, als das den Fröſten nicht unterworfen geweſene, von dem Vie- De gefreiſen worden,
Gerſte
Man nehme nun den Fall an, daß ein Fandesbezir? von 20000 Hufen, für jeg? liche Hufe 2 Scheffel Subſtitutionsgerſte ausgeſäaet würde. Man ſeße den Ertrag nur aufs Mäßigſte an, im leichten Bodega aufs 4te, im mittlern aufs 6te, und im beſten Boden aufs 8te Korn. Dieſes wäre alſo im Durchſchnitte, nach gleicher Proportion beſagten Bodens, das bte Korn, und kämen alſo 240020 Scheffel Gerſte zum ganzen Ertrag. Bey großem bevorſtehendem Mißwachſe könnte die Ausfaat verdoppelt, und der Ausfall des ordinairen Korns hiemit möglichſt gedecket werden.
Tſt aber eine Subſtitutionsgerſte in Rückſicht auf das Mißgerathen des Win- tergetreides anzurathen, ſo kann auch ſol- die noch wohl in Anſehung der Gerſte jelbſt, die zur ordinairen Zeir beſtellet wor- den, dienlich) ſeyn, wenn man bald äne- fangs abſehen kann, daß die Gerſte um- ſchlagen werde, Die große Gerſte erbolet fich jelten oder gar nicht, wenn im April Schnee, ſchlacfiges Wetter und Fröſte uns ter einander abwechſeln. Cine beſtändig gelb bleibende Farbe derſeiben, bis zum Schoſſen hin, verkündigt Mißwachs, zus- mal wenn entweder immer falte Regen anz halten, oder in Zwiſchenräumen auf ein- ander folgen. Beſtändig anßoltende Dürre im April und May wird einem niedrig liegenden Boden wenig ſchaden,. deſto mehr aber hochbelegenen Gerjtenäckern. Bey der kleinen Gerſte kann man nur den Brachmonath hindurch auf eine Sub- fäitutionsfgat hinzielen. Kommen im ge- dachten Monatbe zu viele aunhaitende Re- gen, ſo daß dieſe Gerſte im erwahnten Monathe gelb wird und geib bleibet, ſo iſt es um ihr gethan, und man fann von
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