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6] Deräuchern der Thiere, iſt;+ wenn man den Rauch von verbrannten Arzney- mitteln entweder an den ganzen Körper, oder an einen Theil deſſelben, hin ziehen läßt, oder wenn man leinene oder wollene, mit verbrannten Arzneymitteln durchge- räucherte Tücher über die Thierkörper legt, over ſie damit reibt. Es kann das Beräu-
<<hern in ſtockenden Drüſen, bey Steiſig-
keit der Schenkel, Kinnbackenzwang, oder Hirſchkrankheit, der Rehe u. ſ, w, oft einen guten Erfolg haben; man muß aber dabey Sorge tragen, daß mit den Kohlen kein Feuerſchaden im Stalle angerichtet werde, weshalb das Kohlbe>en, zur Sicherheit,
in einen Eimer zu ſeßen iſt.
Beräuchern, in den Ziegeleyen, beſtehet darinn, daß anfänglich ein kleines Feuer Zemacht wird, damit die Ziegeln ih- re Feuchtigkeit ausſchwißen, wodurch das Aufreißen und Springen der Ziegel verhuü- tec wird.
Berappen, eine Wand, bevor ſie getünchet wird, mit Kalk oder Mörtel über- ziehen, bewerfen, oder bekleiden. Man nennt dieſes auch den Purz der Wände. Wenn dieſer innerlich und äußerlich gut und dauerhaft ſeyn ſoll, ſo muß der Kalk- mörtel möglichſt dünne auf die rohen Mauern aufgetragen werden. Dier Puß wird innerhalb der Gebäude leicht beſchädigt und abgeſtoßen, auswendig aber zieht ſich zu viel Näſſe hinein. Weiche Steine werden dadurch faul, und fallen, ſonderlich durch
'Gexk. Regllexicon I1, Theil,
Froſt, nebſt dem Ueberzuge, ausz ſehr hart gebrannte Steine aber- nehmen den Mörtel nicht gut an, und lekßterer löſet ſich bald wieder davon los. Cs iſt daher ganz und gar nicht unrecht, wenn dergleichen harte Steine gar nicht berappt, ſondern blos die Fugen völlig=ausgefüllt werden, ſodann die ganze Fläche abgerieben und eben gemacht, geſchlämmt, und entweder mit bloßem Kalke abgeweißet, oder, wenn man will, ſolcher mit einiger Farbe ver- ſeßt wird. Bey den Schernſteinröhren über dem Dache, und überall, wo man, wegen heftigen Anſchlags des Wetters über- haupt harte Steine oder Klinker nehmen muß, iſt dieſe Verfahrungsart nothwen- dig. Die Holländiſche Art, nämlich die Steine roh zu vermauern, und nur die Fu- gen weiß auszuſtreichen, oder die in unſern Seeſtädten gewöhnliche Art des Abpukes mit Oelfarbe auf abgeſchliffenen Mauern ſind foſtbar, und nur bey wenigen Landge- bäuden anwendbar. Es wird dazu ein ge- ſchiter und accurater Maurer erfordert, der ſich auf kein Ausgleichen mit Dachzie» geln u, ſ. w, verlaſſen darf.
Der RKalkmörrel zum innern und äußern Puß erfordert ganz beſondern, und dabey feinen Sand. Denn auswendig ſoll er, wie vorhin gedacht worden, möglich dünne ſeyn, und doch anziehen. Jnwen- dig aber iſt es vielmals nicht zu vermeiden daß ſolcher dier aufgetragen werden muß, beſonders wenn die Mauerſteine entweder nicht einerley. Größe haben, oder ee
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