556 Gerſie
glei, Die unten in der Aehre ſtehenden ſind die größtenz weiter hinauf werden ſie immer kleiner. Dieſe Gerſie iſt ihrer ' längern Orannen wegen vor den Vögeln ſichrer, als die andern Arten. Gutes ge- düngtes Mittelland ſcheint ihr am zuträg- lichſten zu ſeyn,: Ihre Vorzüge ſind fol» gende: 1) bey großer Näſſe oder Regen ſenkt ſie ſich nicht ſo, wie die gemeine Gerſte, zur Erde, als welches bey ihr als ein Hauptvorzug gehalten wird; 2) in England wird. ſie deshalb vorgezogen, weil fie auch im ferten. Boden nicht zu lang ins Stroh wächſt, und doch viele, obſchon
kleinere, Körner trägt.(Allein die kür"
zern und größern Halme machen es auch, daß das Stroh von unſern gemeinen Ar- ten von dem Viehe lieber gefreſſen wird, welches auch wohl eine Urſach ſeyn mag, daß dieje Gerſte in England bisher mehr, als in Deutſchland, gemein geworden iſt.) 3) Die Graupen von. dieſer Gerſte neh- men ſich vor andern Graupen ſehr heraus, indem ſie einen ſüßern, angenehmern Ge- ſchmac> hoben, welches mit der davon ge- machten Grüße und Gries eben ſo iſt. Man hat ihr dieſerhalb, beſonders um der Graupen willen, den Namen: dent. ſcher Reiß oder Reißtgerſte beygelegt. Uebrigens wird dieſe Gerſte nicht anders, als unſre gemeine geſäet und gewartet, Sie beſiaudet ſich gut, wenn ſie nach Be- ſchaffenheit des Bodens nur dünne geſäet werden kann. Jn Schleſien ſoll man es nach mehrmaligen Verſuchen gefunden ha ben, daß ſie ſich gut über Winter bauen laſſe,(Wohl eben ſo, wie zuvor von unſrer Wintergerſte geſagt worden.)
4) Die vierzeilitze nackte Gerſte, Davidsgerſte, Davidskorn, Din- Telyerſte, Simmelsgerſte, Himmels- Forn, Aegypriſcher Roggen, Jern-
Gerſte ſalemskorn, Wallachiſches Korn,
von einigen auch Reißgerſte genannt, hordeum coeleſte L. wird inſonderheit in Nerwegen ſtark gebauet, wo ſie den Na- 'men:; Thoregerſte, führet.. Sie hat lange ſecyszeitlige Kehren, die ſich aber, obenhin betrachtet, vierzeilig darſtellen, und unterſcheidet ſich von der gemeinen Gerſte durch ihren Saamen, welcher nas ker, d. i. ohne harte Schale oder Rinde iſt. Sie iſt zwar eine Sommerfruchr, verträgt aber doch Kälte, weshalb ſie früh- zeitig beſiellet werden kann, Site erfor- dert ein ſtarkes fettes Land, und die Aus- ſaat geſchiehet nach Endigung des Froſtes, alſo nach Werſchiedenheit der Gegenden vom Anfang Aprils bis Anfang Mays; ſie wächſt ſehr ſchnell, und ſelbſt in kalten Klimaten ſehr frech.“Die Sperlinge aber ſind auf die Körner ſo erpicht, daß man ſelten die Ausſaat wieder bekommen kann. Da aber der Sperling ſeine Wohnung in Städten und Dörfern hat, von wo er nicht ſehr weit ins Feld fliegt, ſo muß man dieſe Gerſte auf die entfernteſten Aec>er ausſaen, Bey der Aerndte muß mon“ ſich mit dieſer Frucht in die Zeit und Gelegenheit ſchicken, und ſelbige in den beißen Mittagsſtunden unangerühre 1äſs ſen, weil ſie, der ziemlich großen Körner wegen, beym Harken,%ufbinden und Ein-
fahren ſtark ausfälle, ob ſie ſich gleich) ber».
nach doch erwas ſchwer ausdreichen läßt, Zum Malzmachen wird fie der gemeinen Gerſte, weil ſie nicht gut wächſt, nicht gleich geſchäßet,. Dagegen lobt man(ie vor andern Getreidearten, 1) wegen ihres ſehr reichen Ertrags, da ſie ſich in auten Miteteljahren 18=- 24 fältig, in den betten Jahren aber 49-- 50 fältig vermehret; 2) wegen des dabey zu er/parenden Sag- mens; auf ein Stück Land, wo ſonſt 1
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