Teil eines Werkes 
2 (1796) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 2
Entstehung
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Gerſte

Man unterſcheidet die Arten der Gerſte im gemeinen Leben 1) nach den Reihen, in welchen die Blühen ſtehen, Es ſind nämlich dieſelben in 2, 4, 6==8 Zeilen ge- ſteltt, und die Gerſte wird daher zweyzet- lig, vier- ſechs- oder vielzeilitß ge- nannt; 2) nach der Geſtalt und Größe der Körner, 3) die gemeine große over Piattgerſte iſt zweyzeilig, hat große Körner und lange Aehrenz db) die kleine Gerite iſt vierzeilig, die Aehren ſind nicht ſtark gefüllt, und die Körner flächer und kleiner 3 doch in manchen Jahren iſt vas Gegentheit3 wenn ſie von warmer und dabey feuchter Witterung, nachdem ſie gut aufgeganzen geweſen, unterſtüßt wird, ſo kann ſie in großen S.örnern dex vorher gehenden entweder wohl gar vorge- hen, oder dod) gleic) fommen; c) die nackte odes bloße Gerſte, welche 6== 8 Reihen Körner hat; und 3) nach der Zeit der Ausſaat in Sommer- und Win- Trertzerſte; jene wird, nach Gelegenheit der Felder'ünd Witterung, vor oder nach Oſtern, dieſe um Bartholomäi geſäet.

'Hier zu Lande theilen die tandwirthe die Gerſte in zweyerley Arten, deren Un- terſchied hauptſächlich in der Zeit der Aus- ſaat beruhet, und als die gemeinſten Ar- ten entweder die eine hier, die andre Tork, öfters«uch beyde zugleic) an einem und eben demſelben Orte, erbauet werden, Diea ſe beyden Arten ſind nun entweder die große oder Eleine Gerſte, da man er: ſtere auch wohl Srübtgerſte, die andere Spätgerſte zu nennen pflegt, indem, wie ſolches bey mir immer geſchiet:et, mit bey: derley Arten, mit großem Vortheil um- gewechſelt wird, wenn wir den Saamen von der kleinen oder Spätgerſte im März, und den Saamen von der großen odr Frühgerſte um Urbani ausjsen, und in

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Gerſte 549

beyderley Fällen uns der vierzeiligen Ger- ſte, ſeltner der zweyzeiligen bedienen. No< haben wir hier zu Lande zweyerley Namen für die Frühgerſte, nämlich Pe- crerstgzerſte und P)FIarientterſte. Erſtere heißt alſo, weil ſie, da unſre Vorfahren den Alt- Julianiſchen Calender hatten, und nach) den Tagen der Heiligen gewiſſe Wirthſchaftsunternehmungen ordneten, von

jeher um Petri Stuhlfeyer,(iſt nach dem

verbeſſerten Calender der 4te Marz,) aus geſäet worden. PUlariengerſte wird in hieſiger Gegend um Maria Verkündigung ausgeſäet- Es geſchiehet aber in manchen Jahren, daß die Witterung, wie in die- ſem gegenwärtigen Jahre, es nicht ver- ſtattet, Petersgerſte auszuſaen, daß wir in hieſiger Gegend alſo für dießmal nur ale lein Mariengerſte haben können. Jſtaber die Witterung ſo beſchaffen, daß wir zu Anfange des Märzes offenes Wetter, d. i. keinen Schnee und gefrornes Erdreich ha- ben, ſv haben wir nur allein die Peters- gerſte, oder um Petri Stuhlfeyer iſt unſre Frühgerſte, fie ſey zwey- oder vierzeilig, bereits in der Erde- Wir ſäen aber auch kieine Gerſte hieſigen Orts, aber nur we= nig, und zwar wenn wir ein oder mehrere Acerſtücken haben, die entweder zu tief oder zu naß liegen, oder zu ſehr zum Un- krauttragen ausgeartet ſind, und die durch die ſpätere Bearveitung von ihren beſone dern Unfräutern gereiniger werden ſols len.

Man giebt der großen Gerſte den Vor- zug vor der kleine, aus folgenden Grün» den: 1) ob ſie gleich nur mit 2 Zeilen veriche iſt, ſo has ſie doch weit:ängere Keire: und größere Körner, und ſcheffelt daher mehr, als die kleine«(An und vor ſich) te:ibſt vat vieſe Gerſte dieſes event nicht vor« us, ſondern es kömmt nur qauj vie

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