Teil eines Werkes 
2 (1796) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 2
Entstehung
Seite
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543 Geringe

ſchaft entſchuldigen würben. Jn Abwe- ſenheit des Schulzen vertreten ſie ſeine Stelle, und in Fällen, wo derſelbe ſeine Pflichten zu beobachten unterläßt, ſind ſie, bey Wermeidung gleicher Verantwortung, ihr Amt zu thun, oder der Obrigkeit die nöthige Anzeige zu machen verpflichtet. Die Schulzen und Schöppen machen die Dorfgerichte aus, dürfen ſich aber in die Entſcheidung ſtreitiger Rechtshändel Richt miſchen. Doch ſind Uebertretungen der innern Dorfspolizeyordnung, auf wel- che nur Fleine, zur Gemeinecoſſe fließende, Cinen Thaler nicht erreichende, Straſen Heſeßt worden, ihrer Unterſuchung und Entſcheidung, mit Vorbehalt der Beru- fung auf die Gerichtsobrigkeit, unterwor- fen. Auch können die Dorſgerichte, mit Zuziehung eines Gerichtsſchreibers, ge: richtliche Handlungen, bey welchen es auf feine Rechtskenntniſſe, ſondern auf bloſſe Beglaubigung, anfömmt, gültig vorneh- men. Doc müſſen ſie auch ſolche Ver- Handlungen, zur Beurtheilung der Geſeß- mäßigfeit, oder näherer Berichtigung, dem ordentlichen Gerichtshalter ohne Zeit- verluſt vorlegen. JIſt dieſes unterlaſſen worden, ſo müſſen die Dorfgerichte allen dadurch entſtandenen Schaden erſeßen, und ſollen, nac) Verhältniß deſſelben, mit Gefängnißſtrafe belegt werden, Unter der Direction des Gerichtshalters vertreten die Dorfſgerichte die Stelle des ermangeln- den Gerichtsſchreibers, oder Protocollfüh- vers. Es kann auch der Gerichtshalter den Dorfgerichten die Aufnahmen von Jn- ventarien und Taxen unter ſeiner Aufſicht übertragen, auh ſich ihrer zur Vollſtre- Fung der Erecutionen bedienen. A,&,R, Ih.4, Tir. Vil. 6. 79|ff.

- Geringe, Schmal, bey den. Hern ein magerer Hirſch,

Gerſte

Gerinne, ein durch die Kunſt ver- fertigter Canal, in welchen das Waſſer in einen engen Raum gebracht wird, und daher ſtärker fließt; ein jever kleiner Canal oder Graben, worinn das Waſſer rinnet, Inſonderheit verſteht man beym Waſſer- mühlenbau unter Gertiine denjenigen Ca- nal, durch welchen das über den Fachbaum fallende Waſſer gegen das Mühlrad zu- fließt. Man theilt es gemeiniglich in das t7abl- und wüſte Gerinne; jenes iſt dasjenige, worinn die Mühlräder hängen und von dem Waſſer umgetrieben werden; dieſem liegt das wüſte Gerinne zur Seicen, welches leßtere dazu dienet, daß man, wenn das Waſjer überflüßig vorhanden iſt, durc) Aufziehung des Schußbrets ſele- biges da hindurd) kann vorbey fließen laſ- ſen. Hat hingegen die Rühle nicht Waſ- ſer genug, ſo kann durc) Zuſeßung des Schußbrets das Waſſer in das Mahlge- rinne ſtäxfer fiüießend gemacht werden. Ein Gerinne an den Mühlen und Teichen,

welches, wenn das Waſſer im Ueberfluſſe

vorhanden iſt, aufgehoben wird, damit es frey abfließen könne, ohne das Waſſer zu berühren, wird ein Sreygerinne, Zreya lauf oder Sreyſchuz genännt, Zrey- arche iſt eine Arche oder Gerinne an ei- nem Teiche oder Gewäſſer, welches auf eine gewiſſe Höhe offei iſt, ſo daß das Waſſer, wenn es dieſe Höhe erreicht, frey und un» gehindert ablaufen könne,

Geröhrich, Geröhricht, ein mit Rohr bewachſener Plaß.

Gerſte, ein in unſern Haugshaltungen ſehr ſc<häßbares Getreide, deſſen wir uns zum Bierbrauen, Branntweinbrennen, zu Graupen, Grüße und Mehl, zum Brodto bacten, auch zur Vicehſutrerung, bedienen,

Man