5254: Gans
derten Gänſe, die als das Neue vom Jah- re in der Aerndtezeit zum Verſpeiſen kom» men ſollen, werden am beſien zu Hauſe mit Hafer und grünem Kohle etwas ange- mäſtet 3; man muß ſie aber nicht vorher pflücken oder rupfen, als wovon ſie nur
ſchwach werden, und die Haut voller Stop-
peln bekommen,
. Die alten Gänſe pflückt man gewöhn- lich nur dreymal im Jahre. Im Früh- linge zu Ende des Aprils, oder im Anfan- ge des Maymonats; in der Mitte des Ju- lius oder um Jacobiz und zulekßt gegen Michael. Man muß ſich mit dem erſten und leßtern Berupfen der Gänſe ſo einrich- ten, daß die entfiederte Gans nicht in die falte Wirterung verſeßt, und, zum Nach- theil des Federnnachwuchſes und des Eyer- legens, fürs nächſte Jahr geſchwächt wer- de, Die jungen Gänſe, wenn ſie unter die frühzeitigen gehören, werden vor dem Herbſimäſten zweymal gerupfet. Das erſtemal als völlig ausgefiederte im Jul,, und das lebtkemal einige Wochen vor Mi- <aelis.- Die Hälſe werden keiner leben- den Gans gerupfet, die ſchmalen Federn unter den Flügeln auch nicht, damit die Gänſe nicht die Flügel ſchleppen müſſen, als wovon junge und alte gar ſehr entkräf- tet werden. Zu dem Federnrupfen muß man Leute wählen, die Erfahrung haben, um die Gänſe nicht zu ſchinden. Die ru- pfende Perſon muß allemal den Daumen der linken Hand auf den zu pflückenden Ort feſt anſeßen, und ſodann die Federn nicht gegen den Daumen, ſondern unter ihm weg, ihrer natürlichen Lage gemäß, aus- ziehen, -! Um nicht mit alten gemäſteten und zum Verkauf gebrachten Gänſen, die im Geſchmack den jungen diesjährigen nicht gleich fommen, hintergangen zu werden,
Garbe
niuß man auf die Stimme und den Bauch Acht haben. Die alten Gänſe gacken oder
ſchreyen viel gröber als die jungen, und-
haben ſo genannte ſpiß herausſtehende Le«
gebäuche; da hingegen bey jungen, die
niemals Eyer gelegt haben, der Bauch
ganz rund iſt, Da aud) die jungen Gan»
ſerte, beſonders nac Martini hin, ein zäheres Fieiſch, als die Gänſe, bekommen, ſo muß man ſolche nod) vor der gedachten Zeit mäſten und ſchlachten. Man unter» ſcheidet ober die Ganſerte an den längern Beinen und Hälſen, dickern Köpfen und längerm Leibe, Wenn man den Ganſert ergreift und hält, ſo ſchreyt er gemeinig- lich, da hingegen die Gans ſiille ſchweigt, Wie aber die Gänſe ſowohl nach gemeiner Art als poularderiemäßig zu mäſten, da- von ſiehe meine H, UP]. 2. 1V. Rap. 3. und 4,
- Ganz in Haaren, voll in Hag- ren, wenn in einem Walde oder auf eie nem Berge das avsgewachſene Holz noch völlig und beyſammen ſteher, und die be» ſten Bäume noch nicht herausgezogen ſind, ſo ſagt man; es ſteht noch ganz oder voll in Haaren, Auch nennt man es: wohl beſtanden; gur bevoitert; ſtark be- bolzet,
Ganz machen, wenn bey einem Jagen ein Dickicht oder Stallung abge» trieben worden, daß die Bauern aus dem Etellwege heraus ſind, und wieder durch das nächſte Di>kicht gehen jollen, ſo wer- den ſie wieder vorher in Ordnung und in eine gleiche Reihe gebracht, Das lektere heißt: ganz machen; und iſt die Ordnung getroffen, ſo ſagt man; das Jagen ſey ganz.:
Garbe, ſo nennt man das aus den Schwaden zuſammengelegte Getraide, ; wel-
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