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„geraden Zahl der Eyer nichts zu thun, ſondern der iänglich runde Körper des Fe- derviehes, da, der Zahl nach, ungerade Eyer am beſten darzu paſſen, und beſſer bedeckt werden. Die Neſter müſſen mit ganz furzem Geſtröhde feſt ausgefüttert und etwas über der platten Erde erhöhet ſeyn. Langes, lofe liegendes Stroh ver- urſacht, daß die Brutwärme der Gans nicht auf die Cyer genug zuſammengehal- . ken werden kann, Man merkt es aber, wenn eine Gans brüten will, daran, wenn » ſie auf dem Neſte, oder an einem Orte ſiven bleibt; hauptſächlich aber daran, wenn ſie anfängt, ſich die Daunen unter dem Bauche mit dem Schnabel auszupflü- Fen, da es denn hohe Zeit iſt, ſelbige zum Brüten anzuſeßen, ohne darauf zu - Warten, bis mehrere in Geſellſchaft ange-
- ſeßet werden können. Denn je länger-
man eine ſol<e Gans ohne untergelegte - Eyer ſißen läßt, deſto mehr verliert ſie an der Summe ihrer Brutwärme, und man fommt mit ſolchen verſpäteten Gänſen in Gefahr, daß ſie die Eyer nicht ausbrüten
können. Es iſt aber auch in dieſer Abſicht.
- Hut, eine oder die andere Gans der andern im Brüten vorgehen zu laſſen, daß man, da nicht immer die Eyer zugleich ausfom- men, ihr die zurücgebliebenen Eyer weg- nehme, und einer andern brütenden Gans ünterlege, Denn die ausgefrochenen Gänschen werden leicht todt gedrücft, wenn noch qanze Eyer im Neſte vorhan- den ſind, und von ſelbigen eingeklemmet werden« Man nimmt daher die ausge- - Frochenen Gänschen alsbald von den Eyern Hinweg, und bringt ſie unter eine Gans, - die nichts als Küchlein zu bebrüt;n hat, Sollte man bey einer zu kleinen Gänſezucht einen ſolchen Wechſel nicht treffen können, ſo muß man die Küchlein, ſobald ſie unter
Gans
der alten Gans kro>en geworden ſind, bin- wegnehmen, und ſelbige in einen mit Fer dern angefüllten Topf in einer warmen Stube hinſeßen, bis die Gans alle Eyer ausgebrütet, und ihr ihre Zungen nun«alle zugegeden werden können,
Manche brütende Gänſe(wenn man ſolche ein- oder das anderemal auf dem Falle betroffen, müſſen fie ausgemerzet werden) verlaſſen die Eyer, wenn ſie eine Zeit lang gebrütet haben, da denn nichts anders zu thun iſt, als die bebrüteten Eyer unter die übrigen Brutgänſe zu verheilen, beſonders wenn man ſich ſo einrichten fön= nen, den Gänſen nur 11 oder 13 Cyer unterzulogen, um im Nothfalle die ver- laſſenen Eyer bey ihnen noch unterbringen zu können,
Zuweilen findet man Küchlein, wels <e die Schale ihres Eyes zwar angepickt haben, aber nicht heraus kommen fönnen, weil ihnen die Eyerſchale zu feſt am Leibe anſißet, Man hilft ihnen da noch, wo der Bruch der Schale zu ſehen iſt, und wenn der Schnabel frey iſt, muß man fortfahren, in ganz kleinen Brüchen die Schale immer weiter los zu machen, als welches nicht anders als mit Speichel oder laulichtem Waſſer geſchehen kann, Ein fleiner nac) dem andern gemachter Bruch wird auf dieſe Weiſe loSgeweichet; ſonſt reißt man mit der Schale die Haut des Küchleins entzwey, daß es davon ſterben muß.
Noch hat man zu merken, daß die Brutgänſe öfters ihr Neſt verloſſen, ſich neben andern hinſeßen, und darüber ihre Eyer verlaſſen. Dieſem kann man zuvor» kommen, wenn noch zur ſpäten Abendzeit nach ihnen geſehen wird, und noch beſſer,
wenn einer jeden Brutgans ein Verſchiag von Brettern gegeben wird, daß ſie ſo leicht
nicht


