'Gans
Zeit im Winker, no ihre Nahrung auf vem Waſſer finden, und alſo weniger zu halten foſten; ſte ſind meiſtens größer, als die Erdgänſe, und die» Jungen ſind un-
„gleic) wenigern Krankheiten und dem To- de unterworfen, als die Jungen der Erd-
gänſe. Man nenne dieſe desyalb Erdgän- ſe, weil ſie faſt immer nur allein ohne
Waſſer auf den Feldern leben müſſen.
Man fönnte noch eine Mittelgattung zwi- ſchen beyden annehmen, nämlich ſolche, die zum Theil auf dem Lande, zum Theil auf dem Waſſer, als z. B. in der Nähe der Flüſſe, Teiche oder Lachen, ihren Auf-
„enthalt; haben können; und ſie ſind auch
größer und geſünder, als die im vollem Berſtande ſo zu nennende Erdgänſe, die kleinſten unter den übrigen. ſergänſe ſind an Fleiſch und Federn ſo gut als drey Erdgänſe.
„Zuchrtgsnſe heißen diejenigen Gänſe, welche zur Zuzucht auf einem Hofe gehal- ten, und denen Schlachttänſen,(die
zum Abſchlachten beſtimmt find,) entge-
gengeſeßt werden. Man hält gemeiniglich
"auf 6= 8 Zuchtgänſe einen Ganſert oder - Gaänſerich, die bis Weyhnachten mit Ha-
fer oder andern Körnern gut gefüttert wer- den, damit ſie ſich im Januädr oder bereits im December züchten(begatten) und im Februar oder noch früher, legen mögen. Gegen die Legezeit wird etwas Hafer oder
- anderes Futter abgebrochen, damit die
Eyer nicht zu fetk und zur Brut untüchtig werden. Man kann die Zuchtgänſe wohl ohne Hafer mit Trebern(Sey) Afterkorne, Spreu mit Schrot angemengt, Mohrru- ben, Ertüffeln u. ſ, f. durch den Winter
bringen; allein das frühe und viele Eyer-
legen haf ſeinen einzigen Grund in dem
beſſern Futter. Je früher man die jungen
Gänſe im Jahre haben kann, deſto weni- Vet, Regilexicon 11, Theil,
Zwo Waſ-
Gans Ser
ger ſterben fie im Sommer, und deſto früher, bereits zur Aerndtezeit, werden ſie ſchlachtbar, und man kann auch die im Herbſte erſt zu ſchlachtenden Gänſe zwey- mal ſchon zuvor gerupfer haben,
Man muß die alten Zuchtgänſe nie auf einmal, ſondern nur nach und nach, ab-
ſchaffen, um ſolche mit Jungen zu erſeßen.
Die einjährigen Gänſe legen bey gleich gu- tem Futter nicht nur ſpäter und weniger, auch kleinere Eyer, ſondern brüten auch
" ſchlechter als die ältern Gänſe, Man rich-
te ſich alſo dergeſtalt ein, daß wenigſtens nur der dritte oder vicrfe Theil aus jungen Zuchtgänſen beſtehe. Man muß die Eyer von einer jeden Zuchtgans mit Dinte oder Rothſtein zeichnen, um zu wiſſen, welche Eyer gut ausfommen, oder von welcher Gans die frübeſien, ſpäteſten oder wenig» ſten gelegt werden, um ſie hiernach zum Abſchaffen beſtimmen zu können; inglei»- <hen welche Gänſe am beſten brüten, und ihre Jungen gut auf die Weide führen, auch wider die Raubvögel vertheidigen. Man kann eine gute Zuchtgans bis ins 12te Jahr bey ordentlicher Pflege gehen laſſen. Der Ganſert oder Gänſerich kann eben ſo lange beybehalten werden, wenn er nämlich ſich gern zu ſeinen Zuchtgänſen hält, ſie ein- und ausführet, und die Jun- gen eifrig beſchüßeft.
Die gelegken Eyer muß mon an einem Orte, der fühl, aber nicht bis zum Erfrie- ren falt iſt, aufbewahren, Man leget einer Gans, wenn ſie jung oder kleiner iſt, 11, den ältern 13, höchſtens 15 Cyer zum Brüten unkfer, da einige 11, andere 15== 18 Eyer zu legen pflegen, Das Neſt wird nicht ſv tief gemacht, daß ein Ey über das andere zu liegen komme. Ein Ey muß neben dem andern liegen fönnen,. Der Aberglaube hat hier aber mit der un-
Uuu gera


