Teil eines Werkes 
2 (1796) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 2
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Latwerge, die man aus Lachenfnoblauch und Saunifel bereitet, ſich zu bedienen pflege, Man empfiehlt ſolche auch bey der Waſſer- und Bleichſucht/ und zur Vertilgung al- lerley Würmer bey den Kindern 3 Broſſa- vola hat ein gleiches bey den Pferden an- gemertt, und eine, aus dieſer Urſache entſtandene, Seuche bey ihnen damit gehei- let; Zorn aber behauptet, wie man die Motten von den Kleidern abhaiten könne, wenn man ein Büſchlein von dieſem Krau- te dazu leget. Zum innerlichen Gebrauche iſt, außer der Cſſenz und dem Ertracte, vorzüglich der ausgepreßte Saft, wenn man die Pflanze friſ) haben kann, zu em- pfehlen, oder man vermiſchet das zu Pul- ver geſtoßene Kraut mit Honig, auch Fkeiſchbrühe, oder gebrauchet die Pflanze als Thee. Zum äußerlichen Gebrauche fann man das Pulver mit etwas Myrrhen und Salz vermiſchen, mit warmem Wei- ne einen Brey daraus verfertigen, und dieſen, ſo warm es zu leiden, über den entzündeten und zum Brande geneigten Theil legen, und öfters wieder erneuern.

Gang, entſteht auf dem Scheerrahm oder der Scheermühle beym Scheeren, wenn der Weber 20=- 40 Fäden Harn in verſchiedenen Umgängen von oben hinab, und hiernächſt wieder von unten hinauf leitet. Die Umwicklung der Fäden um den Scheerrahm von oben hinab heißt ein balber Gang, ſo wie auch von unten hinauf, und beyde halbe Gänge den ganz- zen Gang machen, Die Anzahl der Fäden in einem Gange bleibt ſich bey den ver- ſchiedenen Webern nicht gleih. Der deinweber nimmt insgemein 20 Fäden, die er hinauf und hinab leitet, ſo daß alſo der Gang 49 Fäden enthält.

Gans Gang, Wand, 1) das Hin- und

Hergehen eines Wildes oder Raubtzieres aus und in den Wald-, oder aus und in den Bau; 2) eine Reihe aufgeſtellter Klebgarne zum Lerchenfang,.

Gang, beym Mühlweſen. 1) Man ſagt: die Mühle hat nur einen Gang,

wenn nur ein Stein umgetrieben wirdz

ſie gat 2, 3, 4, und mehrere Gänge, wenn ſie jo viel Steine zum Mahlen in Bewe- gung ſeßet 3 2) das jedesmalige Aufſchüt- ten ves Gekraides durch den Rumpf auf den Müylenſtein, Die Spikßkleye kommt, ſagt mani vom erſiern; das Griesmehl vom zweyten; und das Mittelmehl vom dritten Gange. Hier ſagt man dagegen das Auf- ſchürcten.

Gang, das Gefecht zwoer Perſonen, bis zum Ruhepunct, die ſich entweder im Ernſt mic dem Degen ſchlagen, oder auch nur zum Bergnügen und zur Uebung mit den Rappieren gegen einander fechten.

Gang, alle Schüſſeln oder Speiſen, die zugleich und mit einmal, nach den Ge- ſeßen der Symmetrie, auf eine Tafel ge jet werden,

Gang, in der Waſſerbaukunſt, ein ſchraubenartiges um die Spindel herum von Holz geführtes Fach, womit vas Waſ- ſer in die Höhe gezogen. und ausgeſchöpft wird,

Gans, ein ſehr nügßliches Hausge« flügel, und zwar faſt mehr um ſeiner Fe- dern, als um des Fleiſches willen, da wir in unſern kältern Ländern der Federn zu den Betten nicht'wohl entrathen können. Wir pflegen dieſes Geflügel in Waſſer- und Erduyänſe einzucheiten. Erſtere ſind ſolche, welche täglich, auch wohl die meiſte

Zeit