34 Beſtguven
"Beſtanden, Beſtocken, wird bei ſonders von den Saaten der Aecker geſagt, wenn neben und aus dem Hauptſtocke der- ſelben mehrere andere hervorfommen. Je
„mehr ſolches„geſchieht, deſto. reichlichere
Aerndten hat man zu hofßien, wobey es denn auf die Beſchaffenheit des. Bodens und der Witterung hauptſächlich ankömmt, In einem ſehr geringen Sandboden beſtau- det ſim) der Roagen wenig oder gar nicht. Will man aber doh ein mäßiges» Beſtaus- den deſſelben veranlaſſen,' ſo muß'hieſelbſt einige Wochen ſrüher, als im guten Bo»
den, wohl ſchon um Bartholomäi, oder-
in den erſten Tagen des Septembers, ge- ſäet werden, da hingegen in guten Boden der in den leßten Tagen dieſes Monats noch eingeſäete Roggen, wenn anders nicht zu frühzeitiger Froſt einfällt, ſich noch recht gut beſtauden kann, Man ſiehet alſo hier- aus, daß der Landmann ſich nach ſeinem Grund und Boden richten müſſe, wenn er wohl beſtortes Korn zu erzielen wünſcht. Mit dem Sommergetraide hat es gleiche Bewandniß, nur- mit dem“ Unterſchiede, daß es bey ſelbigem gar ſehr auf die Wit- terung ankömmt, Z, B, die große Gerſte wird bey uns in dem beſten Boden, ſo» bald nur die Erde auſgegangen iſt, einge- fäet. Es kann die folgende Witterung noch ſehr rauh, falt und ungünſtig ſeyn, Allein die natürliche Fruchtbarkeit des Bo- dens kömmt der Gerſie zu Hülfe, und för- dert das Beſtauden, welches im leichten Boden nicht ſo geſchehen kann, Daher ſaet man die Gerſte in einem Boden lekter Art, wenn gar keine Kälte der Vegetation weicer im'Wege kommen kann, zu Ende des Maymonats, meiſtens aber erſt zu An- fange des Brachmonats. Und wo man zu dieſer kleinen Gerſte noch obendrein dun- gen kann, da befördert man däs Beſto>en
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Beſtellen
derſelben noch mehr,-und.achtet das daravs entſtehende Lagern: der Gerſte: eben nicht, da ſolches Lagern dieſer Getraideart weit weniger als bey andern ſchadet, Je mehr man aber ſich'von-dem'Bedüngen der Ger- ſteä>er verſprechen kann, deſto dünner kann auch geſäet werden weil: durch das erfol gende mehrere Beſtocken die Gerſte doch in der Folge di»genugzu ſtehen kömmt.
68 Beſtehen,“ eine Arbeit des Schu- ſters, wenn'der Schaft des Stiefels hinten zuſammengeſtoc<en, auch vorn das S<uß- blatt in den Kropf des Stiefelſchafts genä- het wird.- Dieſes geſchieher gemeiniglich mit einer verkehrten Naht auf der Fleiſch»
. ſeite, zumal bey feiner Arbeit, bey grober
aber auf der rechten Scite.
Beſteck, Franz. Etui,- eine“ Art von Futteral, Büchſe oder Kaſten, worein allerley Jnſtrumente geſteckt,-oder in die darinnen befindlichen Fächer gelegt werden fönnen, um alles beyſammen zu haben, und gut zu verwahren,«Man hat daber Beſtecke zu den Zahnſtochern, zi den Nähe und Stecknadeln; Meſſer« und Löſſeibeſtes >e; mathematiſche Beſtecke, oder Reiß= zeuge, worinn diejenigen Inſtrumente auf= behalten werden, womit man mathemati«- ſche Zeichnungen auf Papier entwerfen willz anatomiſche Beſtecke, worinn die Inſtiru- mente liegen, womit ein Cadaver zerglies dert wird, u. dgl. mehrere,
Beſtecken, heißt bey der Jägerey 1) mif einem Hühner- oder Lerchengarne ein Feld beziehen, um Hühner oder Lerchen zu fangen; 2) einen Schlag im Walde, wo junger Auſſchlag iſt, mit Stangen und Strohwiſchen bemerken, zum Zeichen, daß er nicht behüchet werden ſoll,
Beſtellen, das Feld“ beſeelten, heißt.alle Ackerarbeit mit Pflügen, Diün-
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