Beſchiagen
wenig Zwang angethan werden, als möge ih iſt. - Acht bis zehn Nägel ſind zu Anhef- tung eines Eiſens bey Fohlen genug eine größere Anzahl würde überflüßig ſeyn, und "dem Hufe nur zum Nachtheile gereichen. Die Nagelköpfe müſſen in die Löcher ein- paſſen und verſenkt werden, mithin über der Oberfläche des Eiſens nicht hervor- eben. : Endlich muß man ſich ja hüten, daß ſowohl das Auswürken der Hüfe, als das Beſchlagen nicht mit Zwang oder Poltern - geſchehe, und daß kein Nagel in vie Fleiſch= ſohle, oder in das ſo. genannte Leben getrie- ben werde, weil man die jungen Thiere dadurch aufimmer verderben würde, Auch ſind die Eiſen niemals heiß, viel weniger glühend, auch nicht einmal beym Anmeſ- ſen, aufzulegen. Die Gewohnheit, den Huf von außen „zu raſpeln oder zu ſchaben, iſt mehr ſchäd- lich, als nüßlich, da die von Natur glatte Rinde zur Erhaltung des Horns weſentlich nöthig iſt, und feine Horn- oder Hufſalbe den Abgang erſeßen kann. Noch verderb- licher iſt es, die Häfe mit einem heißen Eiſen zum Einziehen der Salbe in das Horn zu erwärmen. Wer glänzende Hüfe haben will, darf. ſie nur mit Terpenthin- oder Loröl.von Zeit zu Zeit beſchmieren laſſen. Dos ſicherſte und beſte Mirtel aber, gebrechliche oder ſchadhafte Hüfe zu verhüten, oder zu heilen, iſt, wenn das Pferd öfters mit friſchem Waſſer gewaſchen oder öfters ins Waſſer, oder auf naſſen Boden, oder feuchte Weiden gevracht wird. Sollte der nech nie beſchlagene Huf zu fla <e, oder breite Hufe, und daher zu dünne und leicht einſvaltende Wände betommen, ſo muß mon ſelche durch den Schmidt mit dem Werkeilen ſo weit verſchneiden, und
VBeſchlöthen ZL
hierauf den Schnitt beraſpeln laſſen, daß eine hievon entſtandene dickere Wand das Spalten„des Hufes verhindern könne, Sollte der Shmidt beym Beſchlagen das Pferd vernagelt haben, und daher die Nägel wieder-ausziehen müſſen, ſo vere ſtatte man ißm nicht, daß er durch heißen aufgethanen Terpenthin, Pech over Theer die Hohlen ſchließe, bevor der etwa hinein
-gefommene Sand heraus wäre. Denn in
vioeſen Falle müßte fich der eingeſchloſſene Sand oben an der Krone herausarbeiten, und eine Cur veranlaſſen, die kaum in 6 Nonaten zu beendigen wäre. Wie aber der Sand heraus zu bringen, daven ſiehe den Artikel? Wernaggeln«+.
Beſchlagſacf, ein zu weiten oder langwierigen Reiſen ſehr nöthiges Stü,- wofür die Bedienten der Herrſchäften zu ſorgen haben. Es gehören darein ein Beil oder eine Hacke, Hammer, Zange, Boh-
» ver, Nägel von verſchiedener Größe, Rie-
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menwerk, Stricke,„Ketten, eiſerne Bor- ſeßrtägel oder Lahnen u, dgl. m. Die öfo- nomiſche Geſellſchaft zu Potsdan1i machte vor einigen Jahren ein auf Reiſen und bey jedem Fuhrwerke ſehr bequemes und brauch bares Werkzeug, unter dem Namen 542 >eſpade, bekannt, welches. ftatt einer Hacke, einer Axt oder eines Beils, und einer Spade zugleich zu gebrauchen, ift, wegen ſeines langen Stiels aber unter der Kutſche angebunden wirv, und daher in obgedachtem Beſchlagſacke das angejührte Beil unnösthig macht.]
- Beſchlöthen, eines Vorlandes, geſchieht beym Waſſerbau, wenn man das Vorland dureh Dezruppen erhöhet, d,i- häufige Graben durch daſſelbe zieht, damit ſolche öfters von dem darein fakenden
- Schlik


