Teil eines Werkes 
2 (1796) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 2
Entstehung
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"8. Beſchlagen

ſchnitten werden. Eben daſelbſt dürfen feine Nägel angebracht werden, weil ſie dieſe Thiere ſtolpern machen: Das Eiſen muß überall gleich ſtarf ſeyn, nicht über die Ferſen hinausgehen, und keine Stollen haben. Damit das Eiſen gut aufliege, ſchneide man das Horn.mit dem Würk- meſſer oder der Hauflinge gleich nieder, ohne aber die Sohle auszuwürken, oder die Ferſen zu öffnen. Für die Maulchiere, welche auf dem Ciſe oder in Gebirgen oder auf ſchlüpfrigen. Boden zu gehen haben, macht man vorn an der Zehe und an jevem Ende einen zugeſpißten Stollen, oder zwey bis drey TJägel, die einen kegelförmigen Kopf haben, und ins Cis eingreifen, Um Maulthieren einen feſtern und ſichern Gang zu verſchaffen, giebt man ihnen ein halb- zirkelfsrmiges Eiſen 3 die im Zuge dienen müſſen, beſchlägt man wie die Pferde; nur daß das Eiſen vorn an der Zehe ſtär- fer ſeyn muß, 4= Wenn man ſchlimme Pferde zu be- ſchlagen hat, ſo muß man genau ihre Ge-

müthsbeſchaffenheit erforſchen, ihre Bo8-

heiten und Tücke kennen lernen. Zucken ſie bey jedem Schlage, ſo muß man mit ganz ſ<wachen Hammerſchlägen anfangen, und ſie dann immer ſiärker geben, bis die Niete heraus iſt. Wollen ſie ihre Füße nicht hergeben, ſo muß man mit vieler Ge- lindigfeit und Schmeicheley verfahren; erſt einen Vorderſuß aufheben, mit der Hand auf dem Rücken ganz langſam hinſtreichen, bis zum Hinterſchenkel; das Sprunggelenk faſſen, und den Fuß in die Höhe heben, Bey ſehr wilden Pferden muß man die - Bremſe gebrauchen, oder den Kopf mit einer Decke oder einem Tuche einhüllen; oder man knüpft ihm einen Strick an den Schweif, legt ihn dann um den Feſſel'des Jußes, den man beſchlagen will, und zieht

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Beſchlatzen

ſo den Fuß an ſich. Schlägt es gern ous, oder wirft es ſich nieder, ſo ſoll man ihm die Dee abnehmen, es auf einen unge» pflaſterten, oder mit Miſt oder Stroh bes ſireuten Boden führen, und ſo lange herum drehen, bis es ſchwindliel) wird, und dann den Fuß aufheben und beſchlagen, Wenn Pferde beym Beſchlagen ſinken, oder ſich mir aller Macht auf den Stallknecht, ents weder aus Widerſpänſtigkeit, oder aus langer Weile auflehnen, ſo läßt man bey ihnen den Fuß langſam berunter. Ge- ſchieht es aber aus Bosheit, ſo knüpfe man einen Stri> an den Schweif, wickele ihn einmal um den Feſſel, ſtämme ſich mit ei- ner Hand an die Hüfte, und ziehe mit der andern den um den Feſſel gebundenen Strick in die Höhe, um den Schenkel zu biegen, Hat man ihn ſo weit herauf gezogen, daß der Huf in der Lage iſt, in dex man ihn beſchlagen kann, ſo fährt man mit der Hand, welche auf die Hüfte geſtämmt war, herunter, faßt das Sprunggelenk, und halt, wie gewöhnlich, ohne aber den Strick loszulaſſen. Zuckt das Pferd ſtark mit dem Zuße, und will es nicht ſtill ſtehen, ſo laſſe man das Sprunggelenk los, bringe die Hand wiedex an die Hüfte, behalte ſiets den Etri> in der Hand, und läſſe nun das Pferd ſeinen freyen Wille, bis es ſich müde gearbeitet hatz3. da man denn das Sprunggelenk wieder ergreiſt, wie vorhin.

Wenn man genötchigt iſt, das Pferd in den Nothſtall zu bringen, um es wegen ſeiner Wiidheit beſchlagen loſſen zu können, ſos muß man Ciſen und Näcel in Bereit«- ſchaft haben, damit das Pferd nicht zu lange Zwang leiden darf. Bevor man ihm den Fuß aufhebt muß man nachſe=, hen, ob es auch überali gehörig befeſtiget iſt, Dann zieht man den Fuß mit dem

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