Beſchäler
einen geſtreckten Hals, der nicht dünn,
auch nicht zu di>k iſt; eine proportionirte breite Bruſt, mithin keine Engbrüſtigkeit z einen breiten Rücken, der nicht eingeſat- telt(eingeſenft) iſt; ein Kreuz, das nicht abſchüßig oder ſchwach itt; gewölbte Rip- pen; einen ſolchen Bauch, der hinten nicht höher iſt, als vorne, Füße, die nicht zu plump, noch zu fein, noc< zu fett, noch hochbeinig, nicht kuhfüßig, nicht mit Spak oder Flußgallen, oder Piephaken behaftet, auch nicht lang gefeſſelt ſind 3 ei- nen Huf, der ohne Leiſten, nicht flach, oder ſonſt auf was für immer eine Art ſchlecht iſt. Das Maas ſoll entweder kü- raſſier= oder dragonermäßig ſeyn. Das erſte beſteht in 15 Fauſt 2-- 3 Zoll; das leßte hingegen in 15 Fuß 1 Zoll. Unter 15 Fauſt ſoll kein Beſchäler, auch die, welche mehr als 16 Fauſt meſſen, nicht ausgeſchloſſen ſeyn.
Nach Hrn. Hartmann kann ein gu-
ker Beſchäler 30 Stuten belegen,“ Wenn
er viele Fohlen zeugt, ſo ſagt man: er erbt gurt. Ohne Bedenken könnte man einen Beſchäler des Tages zwo Stuten, eine des Morgens, und die andere des Abends, beſpringen laſſen, und ihm, auſ- ſer dem Sonntag, nur einen Raſttag in der Woche geben. Auf dieſe Art könnte während der Beſchälzeit, in nicht gar 3 Monaten, jede Stute viermal, manche fünfmal belegt werden,
Daß ein Beſchäler vom 6ken bis zum I15ten Jahre, während der gewöhnlichen Bedeungszeit, alle Jahre 59 und meh- rern Stuten vorſteben könne, und man bey einem Geſtüte Pferde gehabt habe, die x 2 Jahre als Beſchäler gedienet, im Durch» ſchnitt jährlich 80 Stuten bedeckt, und dennod) im 20ſten Jahre Feuer, Geiund- heit und Kräfte gehabt haben 3 davon kann
-Beſhälg<' 2x
man die Zell, Lfachr. 2. B. S, 216, nachleſen. Man hat aber in hieſigen Ge- genden au< Hengſtreuter gekannt, deren Beſchäler in eben ſo langer Zeit das näms liche und noch darüber geleiſtet haben, als welches theils auf die Race, theils und hauptſächlich auf die gute Verpflegung des Beſchälers und die Methode oder Ordnung beym Beſpringen ankömme,;
Endlich iſt noch zu bemerken, daß man bey den Hengſten keine erbhißende oder zum Beſpringen reizende Mittel gebrauchen müſſe. Man hat Beyſpiele, daß ſie da« von toll oder kollericht geworden ſind, und dergleichen Nachzucht hinterlaſſen haben, In Anſehung der zu beſpringenden Stuten hat man noch dieſes zu beobachten, daß ſie an den Hinterfüßen unbeſchlagen ſeyn müſ= ſen, damit der Hengſt nicht gefährliche Schläge bekommen möge,
Beſchälgeld, Beſchälerlohn, Sprunggeld, dosjenige Geld, welches dem Eigenrhümer eines Beſel)älers für das Belegen der“Stuten gegeben wird. Wo die Landesherren für die Unterthanen Bex ſchäler halten, da iſt ein- für allemal et- was Gewiſſes dafür angeſeßt, und ſolches iſt in Deutſchland nach Verſchiedenheit der känder oder Provinzen auch verſchieden, Eben ſo iſt es auc< mit den Beſchälhaltern oder Hengſtreutern, welche ſich Zuchtheng- ſie aus ihren eigenen Mitteln halten, und- mit ſolchen in ihren Kreiſen umherreiten, In hieſigenGegendenlaſſen ſich dieſe Hengſt reuter entveder für jeden Sprung acht Gros ſchen bezahlen, oder ſie befommen von dem Eigenthürner der Stuten, wenn ſie ſolche beſpringen laſſen, eine Mahlzeit und für den Hengſt ein Viertel Haber, und wenn ein Füllen davon zur Welt kömm?, einen Thaler, Seit dem in der Churmark der
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