Beſchälen
nicht bey allen, gegenwärtig. Es ſind aber folgende Kennzeichen: die Stute wird bey Erblickung des Hengſtes unruhig, läuft ihm nach oder entgegen, wiehert, ſpielt mit andern Stuten, beſonders mit Walla- <hen, ſpringt auf ſie, oder läßt dieſe auf ſich ſpringen 3 das bey allen gegenwärtige Kennzeichen aber iſt, wenn ſie eine weiße flebrichte und ſtarf riechende Feuchtigkeit aus der Schaam fließen läßt, oder wohl gar ausſprüßt; die Schaam ſelbſt geſchwol- len, auch glänzend, und welches an der Stute mit ein Hauptkennzeichen iſt, daß ſie die Schaamlefzen und das Sc<haam- zünglein häufig von einander und zuſam- menzieht; ofc harnet 3; wenigoder gar nichts frißt. Es giebt auch einige Stuten, wel- c<<e ganz mager werden, wenn ſie zu lange vom Beſchäler abgehalten werden. Um ſich noch mehr zu überzeugen, daß die Stu- te roſſend ſey, wird der Probier- oder Spuürbhengſt an ſelbige herangeführt, da man denn, wenn ſie harnet, oder mit dem Schaamgliede ſpielet, und ſich nicht unge- berdig gegen den Hengſt ſtellet, gleich ſe- hen fanh, daß fie die Zulaſſung des Heng- ſtes wolle geſchehen laſſen.
Wiide und unbändige Stuten, welche noc< feinen Zaum oder Halfter getragen haben, oder zum erſtenmal zugeführt wer- den, müſſen von zween ſtarken Knechten an der Leine des, mit einem Kehlriemen verſehenen, Kappzaums auf den Beſchäl- ort hingeführet, und dort gut befeſtiget werden; das heißt, die Leinen werden ent- weder durch die Säulen, oder durch die da- zu befeſtigten Ringe in den Brettern einer Bucht oder eines Gehäuſes, durchgezogen, und auf dieſe Weiſe angehalten und nach- gelaſſen.:
Ein ſtärkeres Zwangsmittel bey äuſ- ſerſt wiverſpänſtigen Stuten iſt dieſes, wenn
Beſchälet r9
bey ihnen die Bremſe angebracht und der Kopf dabey in die Höhe gehalten wird, "Will dieſes nicht helfen, ſo wird um jeden Hinterfeſſel der Stute ein Wurfſeil ange- legt, das rechte linfs und das linfe rechts, ſo, daß ſie ſich unter dem Bauche kreuzen, zwiſchen den beyden Worderſchenkeln durch, um den Hals herum gezogen, und oben eine Schleife, die man im Nothfall leicht auflöſen kann, gebunden. Andere binden die Strike nicht auf dem Halſe, weil ſie. die Stute allzu ſehr hindern, nach Erfor- dern vor- oder rü>wärts zu treten, welches auch der Fall iſt, wenn die Seile von den Hinterfüßen nach den Vorderfüßen gezogen, und- dann erſt über dem Widerruüſte gebun- den werden; ſondern ſie legen ein Hals» band an, welches gut ausgeſtopft iſt, das an der Bruſt, ſo wie am Widerrüſt, an- liegt, und ziehen die Seile nach der Seite hin, durch den daran befindlichen Ring, aufwärts. Iſt die Stute fertig geſtellt worden, ſo wird der Beſchäler entweder von einem, oder, wenn er wild iſt, von zween Knechten am Kappzaume mit langen Seilen geführet. Das in die Höhe Steigen des Hengſtes, ehe er an den Ort ſeiner Be- ſtimmung iſt, muß nicht zugelaſſen werden, damit er nicht rückwärts überſchlage, und „Schaden nehme.
Beym Beſpringen ſind die Führer dem Hengſte behülflich, und müſſen ſich hiebey vorſehen, daß ſie nicht von der Stute ge- ſchlagen werden. Sie müſſen daher den Schweif der Stute, wenn er dem Eingan- ge der Ruthe hinderlich iſt, entweder auf die Seite mit den Händen halten, oder, wenn die Stute zu unbändig iſt, mittelſt eines Stricks am Bauchgurte befeſtigen. Auch müſſen ſie die Ruthe in die Schaam mit Händen leiten, ſobald ſolches nö-
hig iſt.; C 2 Die


