Teil eines Werkes 
2 (1796) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 2
Entstehung
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Bernſteitt

Kälte bewahret, und im Frühjahre auf die Rabatten gepflanzt werden ſollen, für wel- <e die Bermudiſche Art dauerhaft genug iſt. Die Abart aber, ob ſie gleich gelinde Winter gut aushält, muß durch eine Be- deckung gegen ſirenge Kälte geſchüßt wer- den. Zuek ordnet aber beyde zu den Ge- wächshauspflanzen«,

» Bernſtein, Agatſiein, lfucci-

num, Franz. carabe, ein feftes Erd-

harz, welches aus Bergöl, aus Säuren

und Waſer beſteht, elektriſch iſt, und im Brennen einen angenehmen Geruch von ſich giebt. Er iſt von Farbe gelb, weiß und röthlicht, Der gelbe iſt der gewöhn- lichſtez der weiße aber der ſc<häßbarſte, Er wird am häufigſten am Meere und be- ſonders an den Preußiſchen Küſten gefun- den. Jn der Mittelmark hat man bisher

beym Rajolen im Sandboden hin und wie-

der auch nicht fleine Stücken gefunden...

- Der Bernſtein wird in der Heilkunſt als ein Nervenmittel gebraucht 3 das feine deſtillirte Oel deſſelben kann, wer es fen- net, äußerlich als ein ſehr wirkſames, zer- theilendes Mittel, und wer die gehörige Behutſamkeit hat, und den rechten Ge- brauch verſteht, innerlich als ein hißiges nervenſtärkendes Mittel gebraucht werden. Das ſaure Bernſteinſalz iſt ein vorkreffli- <hes, auflöſendes und frampfſtillendes Mit- tel in ſolchen Fällen, wo die Urſache des Krampfes vorzüglich in einem Schleim oh- ne Säure zu ſuchen iſt- Der pulveriſirte Bernſtein giebt auch ein vortreſfliches, und in vielen Fällen geſundes Räucherungs- mittel ab, welches wegen ſeines ſauren Salzes in bösartigen faulen Krankheiten und Fiebern den unkräftigen und auf Koh- len verbrennten Wacholderbeeren weit vor- zuziehen iſt, In Terpenthinsl aujgelöſet

Berohren 15

giebt der Bernſtein einen vortrefflichen La» firniß, der zwar etwas dunkel macht, aber ſehr feſte iſt. Sowohl aus dem weißen, als aus dem gelben Bernſtein werden aller- ley künſtliche Arbeiten, verſchiedene kleine Geſchirre, Knöpfe, Corallen u, ſ. w. ver- fertiget,'

Bernſteinalabaſter, Zucker- kandſtein, iſt ein weißer Alabaſter, der im Amte Hohenſtein gefunden wird, und mit gelben vurchſichtigen Spathſtücken durchſeßt iſt, Die Bildhauer verarbeiten ihn häufig.

Berohren, geſchieht in Gebäuden, wenn man das Holzwerk an den Wänden und Decken, welches man dem Mauerwerk ähnlich machen will, mit Rohr überzieht, damit der anzuwerfende Mörtel deſto beſſer haften, und jodann übertüncht werden kön- ne. An ſolchen Decken, die ganz mit Holz ausgedübelt ſind, geſchieht das Be- rohren entweder ſogleich an dieſes Hokzwerk, oder, bey ausgeſtaakten Fachen, zwiſchen den Balken, wo die ganze Dee erſt mit Brettern geſchaalt, und darauf gerohrt wird. Zu beyderley Arten werden, außer dem Rohre und Drahte, nur kleine ſo ge- nannte Rohrnägel erfordert lekßteres iſt aber, wegen der beſondern Bretter und der zu ihrem Anſchlagen erforderlichen- gel, foſtbar.- Sind die Balkenfache ge- ſtaaft und mit Lehmſiroh ausgewunden, auch untenher gut ausgegleichet, ſo kann man gleich darauf roßren nämlich queer über die Balken. Wo der Draht über die Balken geht, da ſind bloße Rohbrnägel hinlänglich; wo er aber über tie zehmfache fortläuft, da ſind weit längere Nägel er- forderlic, ſolche nämlich, die durch den tehm hindur die Staaken erreichen kön» nen. Es iſt nun dieſe Art zu rohren un?

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