Teil eines Werkes 
2 (1796) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 2
Entstehung
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Bergw

Erz, bald aber Waſſer findet, ſondern auch das Waſſer nicht leiche abführen kann. Daher man gemeiniglich) auf den Gebirgen die Bergwerke anbauet, als worinn die Metalle häufiger liegen. Bergverſtändige ſuchen, um nicht einen unnöthigen und koſtbaren Bau anzulegen, untrügliche Zei» <hen eines Miners oder erzreichen Berges auf, und halten dafür, daß Erze vorhan- den ſind, wenn ſich auf der Spike des Berges oder auf der Seite deſſelben blaue unb grüne Dünſte, Markaſiten, oder an» dere ſchwere Materien ſehen und finden laſſen. Auch pflegt man Acht zu haben, ob die neben ſolchen Bergen oder durch derſelben Thäler fließende Bäche im Grun- de Markaſiten und StüFden Erz, oder ſonſt metalliſche Tincturen führen, um hieraus zu urtheilen, wie die daſelbſt vor- handenen Minern beſchaffen ſind. Gemei- ne, doch aber gewiſſe Anzeigen ſind, wenn die vielen aus einem Berge herfließenden Quellen ein Waſſer haben, welches einen mineraliſchen, d. i. entweder einen herben, bittern oder aber lieblichen und reinen Ge- ſchmack haben, und woran man überdieſes noch bemerket, daß ſie im Sommer kühl, im Winter aber lau ſind. Wo ſich dieſes findet, und überdem der Berg ganz ſtei» nicht und fahl iſt, da iſt es anzunehmen, daß das Gevirge erzreich ſeyn könne, Zei- gen ſich die Erzgänge zu Tage, ſo hat man daran das ſicherſte Kennzeichen.

Bergwerksregal, Bergregal, das Recht der Landesobrigkeit, ſich alle Bergwerke auf dem Grund und Boden ih- rer Unterthanen zu zueignen. Das A, 2, R. Th. 11. Tit, XV1. beſaget hierüber folgen- des: 56. 69, Alle Foſſilien, woraus Me- talle und Halbmetalle gewonnen werden können, gehören, in Ermangelung beſon-

Berzgw

derer Provinzialgeſeße, ausſchließend zum Bergwerksregal. 6, 72. Desgleichen alle Edelſteine, welche nicht 6. 73. und 74» ausgenommen ſind, 9. 71. Ferner alle Salzarten mit den Salzquellen, vorzüg- lich Steinſalz, Salpeter, Vitriol und Alaunz ſo wie auc) IJnflammabilien, als Schwefel, Reißbley, Erdpech, Stein- und Braunfohlen, 9. 72. Andere Foſſi- lien hingegen, die in ihrer natürlichen Ge- ſtalt ſogleich zum ökonomiſchen Gebrauche, bey Künſten, Handwerken, oder zum Bauen genußt zu werden pflegen, gehören dem Eigenthümer des Grundes und Bo- dens 3; oder dem Gutsherrn, wenn derſelbe nach den Provinzialgeſeßzen das Vorrecht darauf hat. Th. 1. Tir, IX. ßb. 94. ff 6. 73- Beſonders werden Marmor, Por- phyr, Granit und Baſalt, Serpentinſtein, Kalk, Gyps, Sandſtein, Torf, Thon, kehm, Mergel, Walker- Umbra- Ocker» und andere Farbenerden, in ſo fern aus lektern keine Metalle oder Halbmetalle ge- wonnen werden können, zu den Regalien nicht gere<net. 9. 74. Dies findet auch von den nach 9. 70. zum Bergwerksregal gehörenden Steinarten Anwendung, wenn ſie entweder auf den Aeckern liegen, oder durch) den Pflugſchaar ausgeriſſen, oder bey Gelegenheit anderer ökonomiſcher Arbei- fen einzeln gefunden werden. 5. 75. Foſ»- ſilien, die keine Regale ſind, können dies jentgen, welchen ſolche nac) 8, 72, gehören, ohne beſondere Erlaubniß aufſuchen, und durch Verkauf oder auf andere Art benußen. 9. 76. Sie dürfen aber bey deren Benuz- zung nichts vornehmen, was den allgemei- nen Bergpolizeygeſeßen zuwider iſt. 9.77- Sollte jemand dergleichen Foſſilien gänzlich unbenußt laſſen; ſo kann er angehalten werden, ſein Recht entweder dem Staate ſelbſt, oder andern Bauluſtigen, gegen

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