Teil eines Werkes 
2 (1796) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 2
Entstehung
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* ; Bergr Bergrücken,-1) die hintere Seite eines Berges, närhlich der Abfall von dem Gipfel an; 2) eine Reihe mehrerer Berg- ſpißen oder Kuppeln auf einem Gebirge.

Bergſäfte, flüßige Körpev/? welche mineraliſche Salze, als Alaun, Vitriol, Schwefel, oder andere Fettigkeiten, als Harz u. dgl, mit ſich führen,

Bergſalmiak, ſal ammoniacum nativum, ein natürlicher Salmiak, der nicht durch die Kunſt hervorgebracht iſt, Der gewöhnliche im Werkaufe gangbare Salmiak wird entweder aus Urin, Koch- ſalz und Ruß, oder, wie die Nachrichten melden, vorzüglich in Aegypten, aus dem verbrannten Miſte der Thiere bereitet.

Bergſalz, Steinſal2, löl folli- le, ial montanum, eine Art des gemei» nen oder Kochſalzes, welches unten in der Erde in feſten Lagen vorkömmt, derglei- <en in Pohlen bey Cracau nahe bey Wie- lißka und Bochen befindlich iſt, und mei- ſtens weiß oder grau ausſiebt. In Salz- burg und Ungarn ſoll es auch blaues, gruü- nes, rothes und gelbes geben, welches da- her nicht rein, ſondern mit metalliſchen Theilen vermiſcht zu ſeyn ſcheine. Das in halb oder ganz durchſichtigen Cryſtallen vorfommende Bergſalz wird ſal gemmae genannt. Däs andere erſcheint in einer undurchſichtigen Geſtalt, als ein weißer oder grauer Stein, daher auch das Berg- ſalz Sreinſälz genannt wird. DiePohl- niſchen Salzgruben erſtrecken fich unter der Erde ſo weit, daß ſie das Anſehen einer unterirdiſchen Stadt haben. äber das Pohlniſche Salz in großen Stü- Fen verführt, und ſelbige ſind in der Grube leichter, als über der Erde, ſo, daß ein Stü>, welches in der Grube von einem

Gek. Regllexicon Il, Theil,

Es wird"

Bergſ"QJ

einzigen Manne leicht fortgebracht worden, in der freyen Luft kaum von 4 Männern bezwungen werden kann,

Gemeiniglich hat man 3 Arten Berg- ſalz; die erſie iſt gemein und geringer, grob und ſchwärzlicht; die andere iſt etwas fei- ner und weißer; die dritte aber ganz weiß und klar wie ein Cryſtal. Die Stücken dieſer leßtern Art werden als ordentliches Steinſalz verkauft, und zum Gebrauch kiar geſtoßen. Das unreine oder bröclich- te Steinſalz wird gemeinig'ich aufgelöſet, durch zeſeiger, cryſialliſiret und ſodann als

- Speiſe oder Küchenſalz verhandelt, In

unſexn Gegenden, wo wir uns des Brun-

enſalzes bedienen, braucht man das Stein- ſalz allein bey der Viehzucht, indem man es den Schaafen und dem Rindviehe zum Zecken vorlegt.

Bergſanickel, Bärſanickel, Cortuſe, Cortula. Die Gattung be ſtehet aus zwo ſöhr niedkigen, perenniren- den, frautartigen Blumenpflanzen, mit Dolden von einblättrigen,. radförmigen, den Aurikeln ähnlichen Blumen, die im April und May blühen, bey uns aber ſelten Saamen. hinterlaſſen.

1). Europäiſcher Bergſanickel, Cortuſa Matthioli L. Vareriand: die Alpen in Oeſterreich, Sibirien und Schle- ſien. Wurzel: ein Büſchel zahlreicher Faſern. MBlätter: viele, groß, läng- lich, herzförmig, ſtarf gezähnt, in einem Büſchel. Strentel: zwiſchen den Bläts tern, rund, nackt, etwa 6 Z. hom. MPluü- men: auf den Stengeln, in Dolden, nie» verhängend/ länger als der Kelch, von feiner rother Farbe, haben in der Mitte oft einen weißen oder gelben Kreis, und einen ſtarken. Geruch 3; die Saamenbehält-

niſſe richten ſich in die Höhe, niſſe is<ten ſich h 3) Sibi-