Teil eines Werkes 
2 (1796) Oekonomisches Reallexicon, worinn alles was nach den Theorien und erprobten Erfahrungen der bewährten Oekonomen unsrer Zeit zu wissen nöthig ist in alphabetischer Ordnung zusammengetragen, berichtigt und mit eigenen Zusätzen begleitet wird. 2
Entstehung
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Berber

; 3:7< E Dornen beſeßt. Blätter: klein, eyrund,

wie die des Buchsbaums, zwiſchen wel- <en dünne Stiele entſpringen, welche jeder eine Blume tragen, die jedoch nie 6 uns Beeren hinterlaſſen,

- Die erſte Art iſt ſchon(a in den Gärten als Frucht- und Verzierungsſtrauch befannt, und ihre rothe Beeren haben im Herbſte ein ſehr verzierendes Anſehen. Die Singvögel lieben ihre Beeren unge- mein, und, um dieſe anzulo>en, mag man in einiger Entfernung vom Wohnhau- ſe, in einem Walde, eine Anzahl dieſer Sträucher pflanzen 3 nur muß man ſie nicht in Menge zu nahe an Wege, die oft frequentirk werden, pflanzen, weil der Geruch ihrer Blumen vielen Perſonen zu- wider iſt, Diezweyte Ark erfriert ſehr leicht bey ſtrengem, Froſte, und wird, weil ſie auch feine Beeren qnſekt, ſelten in den Gärten unterhaltfi": 73. 7%

Sie ſind. beyde Dor feEffiche: Gegen- ſtände für Wildniß- und Luſtgehölzanlagen, und für große Strauchgruppen, und müſ: ſen zwiſchen andere, im Winter unbelaubte, Sträucher umher vertheilt werden. Sie bedürfen daſelbſt feiner weitern Wartung, außer daß man ihre zu weit umher ſchwei- fenden Schüſſe mit dem Meſſer in Ord- nung halte. Jhre Wermehrungsmethoden find folgende: 1) durch t7ebenſchüſſe,

welche jährlich aus ihrer Wurzel entſprin«

genz; 2) durh Abſenker: man beuge vom October bis zum Märze Zweige in die Erde, welche im folgenden Herbſte be- wurzelt zu ſeyn pflegen, daß die größten dann ſogleich förmlich verpflanzt werden können, die ſchwächern aber erſt.in die Pflanzſchule geſeßt werden müſſen; 3) durch abgeſchnittene Zweige, von de- nen viele, wenn ſie im October in eine et- was feuchte gute Erde geſteckt werden, Wur-

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zeln ſchlagen; 4) aus dem Saamen man ſäe ihn, ſobald er reif iſtz und weil nicht alle Pflanzen im erſten Jahre aufge- hen, ſo halte man immittelſt das Saamen- beet ſtefs von Unfraute rein, und pflanze ſie, wenn ſie ein Jahr alt ſind, auf zwey Jahre in die Pflanzſchule, und dann auf die ihnen beſtimmten Stellen, Die zwo- te Art muß allozeit einen warmen, trock« nen Boden, und eine gut geſchüßte kage haben.

Faſt alle Theile der erſten Art dieſes Strauchs können genüßer werden, Die Rinde der Wurzel rühmt Hr. Ehrhardt als ein bitteres Lopiermittel, und will dar- aus die angegebene Kraft in der Gelbſucht herleiten, Die jungen Blätter ſind dem Sauerampf am Geſchmacke ziemlich gleich, und können auch alſo genüßet werden. Die grüne Rinde hat. Cluſius zu Ausführung

- des. Waſſers bey den Waſſerſüchtigen anu-

geprieſen, und van Swieten hat dieſe Kraft beſtätiget. Die mittlere gelbe Rinde des Stammes, welche einige Ditzion nen- nen, wird, wenn ſie mit Wein oder Waſ- ſer abzeſotten worden; wider die Munde fäule und zur Befeſtigung der Zähne gelo- bet. Es wird auch mit dieſer Rinde, be- ſonders mit der von der Wurzel, gelb ge- färbt, vornehmlich ſoll man ſie zum Saf- fianfärben anwenden 3 auch ſoll ſie, in Waſz= ſer oder Lauge gekocht, eine ſchöne gelbe Farbe geben, mit der man allerley hölzer- nes Geräthe anſtreichen, und als mit eis nem Firniſſe überziehen kann. Das Holz fann auch von den Tiſchlern zu eingelegter Arbeit gebraucht werden. Die Beeren haben mancherley Nußenz ihr ausgepreß« ter Safe, mit-Alaune verſeßt, giebt eine hochrothe Farbe und ſchöne rothe Dinte, Wo die Beeren häufig zu haben, zerſtöße man ſie, läßt ſie gähren, und macht

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