Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
94
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94 Erſtes Hauptſiüu>,

Auch Hat er, wenn ihm eine voy einem Privatwirthe angelegte Sturerey als eine wahre Gutsverbeſſerung vorgetragen wird das biervon erwähnte dabey nicht außer Augen zu ſeizen, ſondern dabey agile mögliche Behutſamkeit in Acht zu nehmen.

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6. 99. Was wegen der Zugochſen zu beobachten. Zu der zweyten Art des Zugviehes, welches nach Verſchiedenheit der Umſtände zur Beſtreitung der Landwirthſchaft, beſonders des Acferbaues, nothwendig iſt, gehören die

Ochſen.

Daß dieſe zur Feldarbeit beſtimmte Geſchöpfe theils ſtark, theils ſchwach, und theils mitcler Gattung ſind, daß die ſtarfe zu einem ſchweren, die von mittlerer Gattung zu einem mitteln, und die ſchwachen zu einem leichten Boden ſich ſchicken, ſind Dinge, die einem jeden ſchon vorhin befannt ſind, und aus Der Natur der Sache von ſelber folgen.

Da aber das, was der Größe und Stärke dieſer Thiere abgeher, durch deren An- zahl erſeßet werden kann, und man daher in gleichen Boden die Pflüge an einigen Orten mit 2, an andern mit 3, auch wohl gar 4 Ochſen beſpannt ſiehetz ſo fräget es ſich billig, welches hierunter das beſte ſey? Große und ſtarke Ochſen haben in allen Stücken einen großen Vorzug. Der Acer kann mit deuſelben nicht allein weit tüchtiger beſtellet werden, ſondern man brauchet derſelben auch in der Anzahl nicht ſo viel. In einem ziemlich ſtax- ken Boden, wo man ſonſt 3 Mittel- oder 4 ſc<wache vorzuſpannen genöthigt iſt, kann mit 2 ſtarken Ochſen die Arbeit eben ſo gut verrichtet werden. Bey der Abſchaffung der- ſelben entweder zum Berfauf oder eigenen Gebrauch fähret man bey einem großen Stack Nindvieh weit beſſer, als bey einem ſchwachen und fleinen.

Die erſte Gattung iſt, wenn ſie gehörig angemaſtet worden, eine Waare, die von den Schlächtern und Auffäufern überall geſuchet wird. Die zweyte Gattung abet findet, wenn ſie zum Pfluge nicht mehr tauglich iſt, ſelten Liebhaber, und im eigenen Ge- brauch bezahlen ſie öfters nicht die auf ihre Maſtung verwandte Koſten, JInzwiſchen iſt nicht zu leugnen, daß die große und ſtarke Ochſen, ohne eine reichliche Weide nicht wohl beſtehen können. Dengroßen Podoliſchen, ſich ſonſt zum Pfluge ſehr wohlſchienden Och- ſen,ihre Nahrung auf den magern Dreſchen- und Hinteräc>ern anweiſen zu wollen, würde eine verkehrte und nicht Stand haltende Wirthſchaft ſeyn. Dex Unterſcheid der Weide muß es alſo beſtimmen, ob es, ſtarfe, mittel oder ſchwache Ochſen zu halten, rathſam ſey. Wobey jedoch nicht geleugnet werden kann, daß man durch eine vernünftige Induſtrie, beſondeys durch den Anbau des Klees, auch in den magerſten Orten, vermittelſt der Stall- futterung, ſtarfe Ochſen zu unterhalten im Stande iſt, wobey ſich ein jeder, der hierunter den gehörigen Fleiß anwendet, ſehr wohl befinden wird.

Demnächſt hat man an vielen Orten die Gewohnheit, daß man die Ochſenpflüge den ganzen Zag gehen läßet, und dieſelben 3 mahl friſch unterſpannet. Jn einigen Wirth- ſchaften pflüget man, ohne die SIÜLHENE, abzuwechſeln, nur halbe Tage. Auf die rich- tige Beſtimmung, was hierunter vas vortheilhafteſte ſey, iſt in der Landwirthſchaft eben- falls nicht wenig gelegen. Hauptſächlich kommt es hiebey darauf an, ob bei einem Land- gut viel oder wenige Fußdienſte vorhanden ſind. Dern da. an den Orten, wo man den ganzen Tag mit Unterſpahnungen zu pflügen gewohnset iſt, nur-hald ſoviel Pflüge, 14

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