92. Erſtes HauptſtüE.
Dieſe kann er bequem abwarten, und die Arbeit gehörig damit befördern. Ueberflüßiges und unnöthiges Geſinde abzuſchaffen, gehöret mit zu den Regeln einer vernünftigen Sparſamkeit.|
Auch dieſes iſt bey Würdigung der Güter und Ablegun3 der Adminiſtrations- Rechnungen zur Richtſchnur zu nehmen, dergeſtallt, daß auf 3 Pferden mehr nicht als Ein Knecht gut gethan werde(a).
(a) Der Werth eines Landgutes erhält hiedur< ebenfalls einen anſchnlichen Zuſaß. Denn wenn an- ſtatt 6, uur 4 Knechte, nah dieſer Einrichtung unterhalten werden dürfen, Koſt und Lohnfür einen jeden Knecht aber, nur nach den geringſten Säßen jährlich auf 30 RNthlr. gerechnet wird, ſv ge- winnet der Eigenthümer dennoch dadurch ein Capital von 1200 Nthlr., folglich durch die in dieſem und dem vorigen 8. vorgeſchlagene wirthichaſtliche Modification zuſammen 4009 Rihlr, indem ein- Landgut, welches nur bloß nach dem gemeinen-Schlendrian beurtheilet wird, in. der Taxe uoth- wendig ſv viel geringer ausfallen muß.
8. 98. Ob und in wie weit die eigene Pferdezucht rathſam ſep.
Die Pferde ſind eine koſtbare Waare, Site ſind überdem vielen Mängeln und Unglücksfällen ausgeſeßet. Einen Ochſen kann man, wenn er alt und zum Zuge un- brauchbar iſt, fett machen, wodurch man öfters ſein ausgelegtes Geld wieder befommt, und alſo die von ihm geleiſteten Dienſte umſonſt gehabt hat. Ein altes Pferd aber muß, wenn es nicht gar dem Abdecer zu Theil werden ſoll, für ein Spottgeld weggeben werden.
„Die 120010 neuer Pferde verurſachet daher eine ſehr wichtige Ausgabe in der Land- wirthſchaft.
j Um dieſe Ausgabe, wo nicht gänzlich zu erſparen, doch wenigſtens gar. ſchr zu mindern, ſcheinet es vernünftig gehandelt zu ſeyn, wenn man die benöthigten Pferde ſel- ber anzuziehen ſuchet. Wenn man, an ſtart der gewöhnlichen Wallache, lauter Stuten und einen guten Hengſt hält, ſo kann, dem Anſehen nach, ſolches ganz füglich und be- quem ins Werf geſeßet werden.; j 7 Allein, wie in ällen irrdiſchen Dingen, ſo auch beſonders in den landwirthſchaftli-
<en Einrichtungen, fann man, wenn man die Sache nicht gründlich unterſuchet, und die mit den glänzenden Vortheilen verknüpfte Koſten gehörig gegen einander berechnet, durch den bloßen Schein öfters zar ſehr betrogen werden.“ Eine gleiche Bewandtniß hat es auch mit dieſer als ſehr nußbay in die Augen fallenden eigenen Pferdezucht.
Ein Ort, wo Pferde gezogen werden ſollen, muß einen Ueberfluß von guten, we- der ſauern und allzumagern, noch auch allzuferten, Heu und Graſe haben. Die wenig- ſten Landgüter ſind von dieſer Beſchaffenheit. Die eigene Pferdezucht findet alſo nicht allenthalben ſtatt. Auch da, wo dieſe Haupthinderniſſe nicht im Wege ſtehen, ſind den- noch verſchiedene Bedenflichfeiten vorhanden; welche die Sache nicht rathſam machen.
Eine trächtige Stute muß wenigſtens 4 Monate vorher, ehe die Zeit, wo ſie das Fohlen bringen ſoll, heran kommt, mit der Arbeit verſchonet, oder doch nicht anders als zu ganz leichten und nahen Fuhren gebrauchet werden. So lange ſie das Fohlen ſäuget, iſt ihr ebenfalls feine ſchwere Arbeit anzumuthen. Hieraus folger von ſelbſt, daß ein Wirth, welcher vonſeinen eigenen Aerpferden die benörhigten Fohlen anziehen will, ent-
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