Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
90
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90 Erſtes Hauptſtük.

wird ihnen der Zuſaß von Futter bey ſchweren Arbeiten, wodurc< die verlohrne Kräfte nicht ſogleich wieder erſeßet werden können, wenig helfen.

In den Sommerinonaten hingegen. iſt ein Nahrungsmittel vorhanden, bey wel- hem die Pferde, ohne dabey mit Hartfutter unterhalten werden zu dürfen, ganz wohl be- ſtehen und die nöthige Arbeit gur und tüchtig verrichten können. Es iſt ſolches der be- Fannte rothe Spaniſche Klee. Dieſes Gewächſe, welches in unſern Tagen mehr als je- mahl angebauet wird, giebet für alle Vieharten ein ſehr gutes und nahrhaftes Futter ab, woran wohl niemand von unſern heutigen Wirthen weiter einen Zweifel tragen wird, Beſonders aber iſt es für die Pferde ein geſundes und kräftiges Nahrungsmittel, welches, ſchon vor mir, berühmte und erfahrne Wirthe durch öffentliche Blätter verſichert und an- geführet haben. Daß Pferde, die mit Klee gefuttert werden, feines andern Futterforns bedürfen, ſondern bloß bey dieſem Gewächſe die nöthigen Arbeiten, eben ſo wie bey dein Hartfutter, verrichten können, kann ich aus vieljähriger eignen Erfahrung bezeugen. Man glaube nicht, daß ſie dabey einſchlagen und von Kräften kommen. Vielmehr werden ſie dabey, auch mitten unter der Arbeit, muthig, und nehmen augenſcheinlich zu, wovon ſich ein jeder durch einen angeſtellten Verſuch gar leicht überzeugen kann. Der Klee hat be- ſonders vor andern Grasarten das vorzügliche an ſich, daß er die Pferde, die damit gefut- tert werden, nicht matt machet.-Das gemeine Gras ſchwämmet zwar auch die Pferde auf, ſo daß ſie ein gutes Anſehen bekommen. Bey der geringſten Arbeit hingegen, er- müden ſie, wie bereits b. 95. beyläufig angemerket worden, und wenn ſie nur ein wenig in der Arbeit angegriffen werden, ſo gehet Fleiſch, Muth und Kräfte in kurzer Zeit ver- lohren. Der Klee hingegen, giebet den Pferden wahre und wirkliche Kräfte, die bey allen Arten von Arbeiten gegenhalten,

Weil die Pferde den Klee ganz ungemein gerne freßen, und damit faſt nicht zu erſättigen ſind, ſo iſt nicht ratchſam, daß man ihnen ſolchen ſo bloß, wie mit dem Graſe zu geſchehen pfleget, vorwerfen läßet, weil ſie leicht darinn zu viel hun und ſich verfangen können. Ehe der Klee Blumen bekommt, iſt das bloße Vorwerfen deſſelben ganz und gar ſchädlich und gefährlich. Das ſicherſte iſt, daß man ihn gegen ein wenig Stroh zu Hexel ſchneiden und auf ſolche Art futtern läßet, wodurch zugleich viel Klee, den ſonſt die Pferde aus den Raufen werfen und unter die Füße treten, erſparet wird,

Der. Klee hat in allen ſtarken und Mittelboden ein gutes Fortkommen, und auch auf ſolchen Landgütern, die nur mit ſchlechten und geringen Acker verſehen ſind, werdetz noch immer einige Fle>e, die ſich für dieſes Gewächſe ſchien, ausgemittelt werden kön- nen. Bey einer ordentlichen Kleewirthſchaft, wird derſelbe unter die kleine Gerſte geſäet; und folgendes Jahr in der Brache genußet. Ein Landwirth; der dieſe Einrichtung beob- achtet, verlieret alſo durch den Anbau des Klees gar nichts von ſeinem Aer, und er hat alſo dieſes ſonüßliche Gewächſe, wozu er den nöthigen Saamen ſelber zeugen kann, gänz- lich umſonſt, Die Zeit. der Kleefutterung, kann füglich von der Mitte des May an, bis zur Mitte des Septembers, folglich auf vier Monate, angenommen werden. Bey einer angelegten Koſtenberehnung, der auf einem Landgut zu haltenden Pferde, können und dürfen. alſo nur das ſonſt gewöhnliche Hartfutter jährlich auf 5 Monate gegeben werden.

Eigenthümer und-Privatwirthe, werden ſich ſchon von ſelbſt dieſes hierunter of* fenbar in die Augen fallenden Vortheils zu Nuße zu machen wiſſen, indem ine ſo eh 8

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