Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
89
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"Vön den mlgemeinen Begriffen, die ein Richter 2, 89

den nicht allein in dex Menge, ſondern auch in der Wchtigfeit der Arbeiten ſehr. viel ge- winnext, alle mit dem Verluſt tüchtiger Arbeit verfnüpfte Sparſamkeit in den Wirchſchafts- Ausgaben aber ſchlechterdings verwerflich iſt; wenn man ferner in Betrachtung nimmt, daß die. ſogenannte Graspferde, den Winter über, wofern ſie einigermaßen in brauchba- ren. Stande erhalten werden ſollen, eine große Menge Heu aufzehren, und dadurch eben- falls Foſtbar werden; wenn man weiter überleget, daß eine größere Menge von Pferden auch mehrere Menſchen zu ihrer Wartung und der mit ihnen zu verrichtenden Arbeit er- fordert; und wenn man endlich diejenige Weide, die ſonſt den Graspferden beſtimmt ge- weſen, ganz füglich- zur. Vermehrung des Kuhviehſtandes anwenden kann: ſo iſt aus die- ſem allen offenbar, daß, ſich mit Graspferden zu beläſtigen, nicht wirthſchaftlich gehandelt, ſondern vielmehr ſolche mit Stallpferden verhältnißmäßig zu verwechſeln weit rathſa- mer ſey.

Vormündern und andern unter gerichtlicher Aufſicht ſtedenden Adwminiſtrato- ren, Fann daber, wenn ſie dergleichen Veränderungen vorgenommen baben, wegen der deshalb verwandten Roſten und Ausgaben mit Grunde nichts defectiret werden.

5196 Wie die Koſtbarkeit der Stallpferde in ihrer Futterung zu vermindern.

Die Pferde verurſachen inzwiſchen, beſonders wenn deren viele gehalten werden müſſen, ſowohl wegen des nöchigen Futters, als auch in Anſehunz des zu ihrer Wartung erforderlichen Geſindes, ſehr wichtige Ausgaben in der Wirthſchaft, und es iſt daher wohl der Mühe werth, auf vernünftige Mirtel bedacht zu ſeyn, wie man ſolche, ohne den Wirch- ſchaftsgeſchäften ſelber den geringſten Abbruch zu chun, einſchränfen könne.

Das Futter, deßen die Pferde das ganze Jahr hindurch benöthigt ſind, iſt das Hauptſachlichſte, wodurch dieſelben ſo koſtbar, ja nicht ſelten, beſonders bey ſchlechten Ein- ſchnitten uad cheuren Jahren, recht läſtig fallen. Dieſen ſo nothwendigen Creaturen das Futter zu verfürzen., wäre eine ungereimte Wirthſchaft, die am Ende nicht anders als ſchlecht ablaufen könnte, Nur aber fräget es ſich, ob nicht zu gewißen Zeiten, eine andre eben ſo nahrhafte, jedoch weit wohlfeilere Futterung, dem ſo koſtbaren Hartfutter ſubſti- fuiret; und dadurch ein großer Theil der ſonſt auf die Unterhaltung zu verwendenden Aus- gaben, erſparet werden könne;

Man muß hiebey billig einen Unterſcheid unter den Winter-. und Sommermona- ten machen. Jn den erſten iſt feine Furterungsart vorhanden, welche die Stelle der Kör- ner vertreten könnte, ſondern ein jeder Wirth muß, wenn er ſeine Pferde in tüchtigen und brauchbaren Stande erhalten will, damit ununterbrochen fortfahren. Die Beſtimmung des Hartfatters, muß nach dem Verhältniß der zu verrichtenden Arbeit eingerichtet werden, Pferde, welche zu öftern weiten Fuhren gebraucht werden, müßen mehr Körner befommen, als andre, die nur bloß in der Nähe arbeiten dürfen. Das Futterkorn aber öfters zu ver- ändern, und nach Verſchiedenheit der Arbeit, bald viel bald wenig zu geben, iſt eine un- richtige Wirchſchaft, Das einmahl beſtimmte Futterkorn müßen ſis zu allen Zeiten im gleichenz Maas erhalten. In den Ruhetagen und bey mäßiger Arbeit, müſſen dieſe Thiere die zu ſchweren Arbeiten nöthige Kräfte: ſammlen,. Läßer man ſie alsdann hungern, ſo

Oeco1n. For. 1, Theil.' M wird