Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
86
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86 Erſtes Hauptſtück.

im Stande ſind, Auch fallen faſt bey einer jeden Vichart beſondere Umſtände und Ver- änderungen vor, welche zu fennen, nicht allein überhaupt einem jeden Landwirth nöthig iſt, ſondern die auch nicht ſelten ein Gegenſtand rechtlicher Unterſuchungen und Aus- ſprüche werden, und alſo in dieſer Abſicht einen mannigfaltigen Einfiuß in die Rechts- gelahrtheit gewinnen können.;

Zwar iſt ſchon 8. 11 und 12 verſchiedenes von dem Viehſtande, und<b. 13 beſon- ders von den Schafen, angeführet worden. Solches aber iſt nur beyläufig, um das rich- tige Verhältniß, zwiſchen Ackerbau und Wieſewachs anzuzeigen, geſchehen. Eine ord- nungsmäßige Entwickelung der von dem Gebrauch und Nuten des Biehſtandes 1öthigen Begriffe vorzulegen, haben wir bisher noch keine Gelegenheit gehabt, und es ſoll ſolches daher in den nächſt nachſtehenden 9. 9. unſre Beſchäftigung ſeyn.

8,7.93. Von der Eintheilung des Viehſtandes, und den dabeß zu beobachtenden allgemeinen Grundſätzen.

Der zu einem Landgut erforderliche Viehſtand, heſtehet theils in Zug- theils in nutzbaren und theils in dem ſogenannten kleinen Vieh. Unter der erſten Gattung ſind Pferde und Ochſen, unter der zweyten Schafe und Rübe nebſt dem jungen Rindvieh, unter der dritten aber Ziegen, Schweine, Gänſe und das übrige gewöhnliche Federvieh, begriffen.

u Sämmtliche vorbenannte Vieharten ſind auf einem Landgut nüßlich und noth- wendig. Sie müßen aber, in Anſehung der Anzahl, mit den übrigen Theilen der Lands wirchſchaft in einem richtigen Verhältniß ſtehen. Sowohl der Mangel als Ueberfluß. da- von, iſt ſchädlich.

Ihr Nugen beſtehet theils in dem, für eine jede Art beſtimmten Gebrauch und Abnußung, und in dem von demſelben fallenden Dünger, ohne welchen der Ackerbau nicht in gehörigen Stande erhalten werden kaun.

Nicht eine jede Weide und Futterung, ſchiet ſich für alle. Vieharten. Nicht alle Landgüter haben von allen, für eine jede Viehart ſich ſchienden Futter den erforderli- <hen Zuwachs. Die Klugheit erheiſchet es daher, daß an einem jeden Orte vorzüglich diejenige Viehart gehalten werde, für welche man das gehörige Futter am meiſten gewin- net und in Ueberfluß hat. Aus dieſem Grundſaß müßen beſonders alle, wegen Einrich- tung des Viehſtandes entſtehende ökonomiſche Streitfragen, 3. B. ob es Pferde oder Oh- ſen, Kühe oder Schafe, zu halten rathſamer ſey, entſchieden werden.

Alles Vieh, ſo auf einem Landgut gehalten wird, muß, es ſey von welcher Art es wolle, ſo viel möglich, von der beſten Gattung ſeyn.

Jedoch. iſt dabey das Clima und. die Landesart nicht außer Augen zu ſeßen. Ue- bertriebene Abweichungen von der Landegart in Anſehung des BViehſtandes, laufen ſelten ohne merklichen Schaden ab. Scweizer- und Oſtfrieſiſche Kühe oder Macedoniſche Schafe, an Orten wo nur mageres Gras: und Weide vorhanden, zu halten, iſt eine wirthſchaftliche Thorheit, Auch auf unſern fetteſten Weiden werden wir, weil ſie in der Güte von den Schweizergebirgen und Ofifrieſiſchen Auen noch immer ſehr weit entfernet bleiben, feine Zucht von Oſtfrieſiſchen und Schweizervieh erzwingen, Alle veghol9. ge

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