Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
81
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Von den allgemeinen Begriffen, die ein Richter ce. 81

dieſes allgemein für bewährt angenommene Mittel zur Dekung der öffentlichen Sicherheit zu halten. In den Königl. Preußiſchen Staaten iſt das Wurm- ſchneiden der Hunde durch öffentliche Geſeße befohlen, und es ſind zu ſolchem Ende in allen Kreiſen gewiſſe Wurmſchneider beſtimmet worden. Die ſchreckliche Folgen, welche aus dem tollen Hundesbiß bey Menſchen und Vieh entſtehen, ſind wichtig genung, daß man von Seiten der Policey zur Abwendung eines ſo entſeßlichen Ue- bels alle nur erdenkliche Mittel anwende, d) Daß alle nöthige Vorkehrungen, damit die Dorfhunde dem Wilde keinen Schaden zufügen, gemachet werden. Die gemeinen Dorfhunde richten, wenn man nicht deshalb die gehörige Vorſich- - fen gebrauchet, unter dem jungen Wilde mehr Schaden an, als man glauben ſollte. Da nun hiebey nicht allein eine jede Grundobrigkeit, ſondeen auch das Publifum ſel- ber, intereßiret iſt, ſo hat die Land- und Dorfpolicey ſich auch mit der Abwendung dieſes Uebels billig zu beſchäftigen. Dem von den Dorfhunden hierunter zu befürch- fenden Schaden wird durch nachſtehende zwey Mixtel möglichſt vorgebeuget- werden können. Einmahl iſt zu keiner Zeit weder auf dem Felde, noch im Walde, das Her- umlaufen der Bauerhunde ,' unter Bedrohung des Todtſchießens, zu verſtatten, Daß die Schäfer- und Hirtenhunde, weil ſie bey den Heerden nothwendig ſind, dar- | unter. nicht begriffen ſind, verſtehe ſich von ſelbſt. Demnächſt müſſen zur Sekßzeit 4 ſammtliche Hunde mit tüchtigen Knütrteln'behangen werden, damit fie, wenn ſie | auch von ohngefähr aufs Feld kommen, dennoch dadurch das junge Wild nicht ver- ; folgen nod) erhaſchen können. ) Daßendlich, bey ſich geäuſſerten Viehſterben, ſämmtlicze unde, ſowobl bey Tage als bey YTacht, auf den Zofſtelien behalten und.-angebunden werden müſſen. Dieſes wird einen jeden, der die unglückliche Umſtäude einer graßirenden Vieh- ſeth Ennen zu lernen Gelegenheit gehabt hat, von ſelbſt als nothwendig in die Augen Fallen. Da die Hunde nach dem Luder Meilenweit gehen, und auch. Ver- grabene wieder heraus zu ſcharren wiſſen, das Gift der Viehſeuche aber, wie die Erfahrung lehret, ſich auch durch den bloßen Geruch fortpflanzer, ſo.erhellet hier- aus, wie! gefährlich: das freye Herumlaufen der Hunde hierunter werden könne. Obgleich die Hunde der Hirten und Schäfer bey Tage nicht angeleget werden fön- nen, ſolches auch, da ſie alsvenn unter beſtändiger Aufſicht ihrer Hercen ſind, nicht nöchig iſt, ſo muß doch des Nachts ſolches ebenfalls auch in Anſehung dieſer Hunde geſchehen. 12) Die Beobachtung einer richtigen Ordnung wegen der von de Dorfseinwohb- nern zu verrichtenden Vorſpanny- und andern allgemeinen Landespflichten.

Die Mitglieder einer Landgemeinde müſſen nicht allein in den gemeinen Dingen, die ihnen ſelber nüßlich ſind, einander zu Hälfe kommen, ſoudern es liegen ihnen auch in Anſehung der allgemeinen Landeseinrichtung gewiſſe Pflichten ob, weghalb ebenfalls eine richtige Ordnung, damit nicht einer vor den andern darunter beſchweret werde, zu beobachten iſt, Hieher gehöret inſonderheit der öffentliche Vorſpann, und andere allge- meine zum Beſten des Landes gereichende Abführen. Hierunter eine genaue Richtig: Feit währzunehmen, iſt um ſo nöthiger, als ſolche den Bauern. und Aersleuten, theils

Oecom, For, I. Theit. E wegen