Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
78
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Erſtes Hauptſtück.

Es iſt dieſes eine ſchon in den Städten gewöhnliche Policeyanſtaltwelche auf dem Lande um ſo nöthiger,-als daſelbſt die Verheelung verdächtiger Perſonen. weit mehrere Gefahr nach ſich ziehet.

c) Y7ah 8 Uhr des Abends müſſen keine Biergäſte, es mögen einheimiſche ode auswärtige ſeyn, weiter geduldec werden.

Scwohl in den Städten, als auf dem Lande, iſt dieſes zur Verhütung des über- mäßigen Saufens nothwendig. Da aus dem langen Nachtſaufen nicht ſelten Schlägereyen und allerhand andere Unordnungen zu entſtehen pflegen, ſo4ſt die Be- ſtimmung einer gewiſſen Zeit zur Sekung der Biergäjte in den Dörfern um ſo rath- ſamer, als es daſelbſt an den nöthigen in den Städten vorhandenen Anſtalten, dexr- gleichen bey Nachtſchlafender Zeit entſtandene Unruhen gehörig zu ſteuern, erman- gelt.' Ueberhaupt gebieret das Nachtſaufen eine unordentliche Lebengart, wovon Vernachläßigung der Arbeit und Nahrung die nächſte Folge, und welche daher ei- ne jede Obrigkeit nach aller Möglichkeit zu ſteuern verpfiichtet iſt,

JU) Ohne ausdrüFliches Vorwiſſen und Erlaubniß der Grundherrſchaft müſſen in den Krügen und Rretſchammen keine öffentliche-Tanzgeſeliſchaften und andere dergleichen tumvltuariſche Zuſtvarkeiten verſkattet werden.

Ohne deshalb, da dergleichen Ueppigkeiten. gemeiniglich zur Entheiligung der Sonn- und Feſttage ausgeöbet zu werden pflegen, auf die Pflichten der Religion Rückſicht zu nehmen, gereichet das in den Wirchshäuſern eingeriſſene Tanzen und Lermen ſchon an und vor ſich zum offenbaren Verderben der jungen Leute, und gie- bet, bey der ſchlechten Moral des Landvolfs, zu allerhand ſchändlichen, öfters ſehr üble Folgen habenden, Ausſchweifungen Gelegenheit. Wo in den Krügen alle Sonn- und Feſttage getanzet wird, da triff man gewiß nichts als freche und unbän- dige Knechte und Mägde an. Das junge Landvolk iſt ſchon vorhin dergeſtalt aus- geartet, daß es ſchwer im Zaum zu halten iſt. Alles was ſie von ihrem Lohn übrig behalten, und zu Antretung einer eigenen Nahrung ſammlen könnten, wird bey der- gleichen liederlichen Lebensart verſchleudert. Ein Gutsherr, der ſolche Ueppigfei- ten duldet, hat daher nichts als Bettler im Dorfe, welches bey Wiederbeſeßung der erledigten Nahrungen die Laſt der"Behofwehrung gar ſehr vermehret. Cs laufet Überhaupt wider alle gute Sitten, auf deren Erhaltung das Auge der Policey ebey- falls mit einer-genauen Aufmerkſamfeit gerichtet ſeyn muß.

) Sowobl die Güte des Getränkes, ais au< das Viaas, womit es verſchenket wird, muß in den Krügen und Kretſchammen von Zeit zu Zeit gehörig unterſu- <et, und alle desbalb eingeriſſene Unrichtigfeit abgeſtellet werden.

Die Erfahrung lehret, wie ſehr die Krüger und Gaſiwirthe, zur Verfälſchung des auszuſchenfenden Bieres und Branntweins, und zur Verfürzung des eingeführ- tren Maaßes, geneigt ſind. Nicht allein das Publikum leidet durch dergleichen Be- trügereyen, ſondern ſie gereichen auch, wenn der Grundherr das Recht des Krug- verlages ſelber beſißet, zu deſſen eigenen offenbaren Nachtheil, indem durch die Verfälſchung des Getränkes ſein Brauweſen einen üblen Ruf bekommt, folglich der Abfaß des Bieres und Branntweins nothwendig geſchwächet werden 006 js

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