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ben des Erblaſſers die erſte'näher, ſo werden die Fiſche den Erben zuerkanne; Jſt äber die leßte näher, ſo bleiben'felbige dem Lehnsfolger. Dieſe Meynung iſt zwar nicht von aller Billigkeit entblößet. Bey wichtigen Teichfiſchereyen aber, die öfters, beſonders in Schleſien und Sachſen, viele 1000 Nhlr. betragen, könnte leicht dem einen Theil zu viet Schaden, dem andern aber ein unmäßiger Vortheil zuwachſen. Jc<h kenne Herrſchaften, wo die jährliche Sinkünfte hauptſächlich in' Te Fiſeherey beſtehen. Wie ſchwer würde es' dem neuen Beſißer werden, wenn er-ſolche auf ein oder mehrere Jahre gänzlich verlieren ſollte?/.| Wir ſcheinet es billiger zu ſeyn, daß man die Fiſchzeit abwarte, und alsdann die Fiſche entweder in natura, oder den dafür gelöſeten Werth unter dem Fideicommisſ :0der Zehnsfolger und den Allodial- Erben, nach dem Derhältniß der zwiſchen der Be- Fezung des Teiches und dem Tode des Erblaßers'verfioßenen Zeit, eintheile. Man nehme z. Bran, daß ein Teich nur alle 3 Jahre gefiſchet werde.' Man nehme ferner an, daß zur Zeit, als der leßte Beſißer geſtorben, der Teich erſt ein Jahr beſeßt geweſen, ſo- wird es eine.fehr billige und niemanden ſchädliche Theilung ſeyn ,“wenn von den bey Fi- ſchung des Teiches gefangenen Fiſcha dem Lehnsfolger-2tel, den Allodial- Erben aber zel zugeſchlagen würde,» Und hiemit ſtimmet auch" das römiſche Recht überein. Leg. 7.€.
Solar. marrim, j
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Von der wilden. Fiſcherep.“'* 7
Die wilde Fiſcherey hat entweder fiſchreiche Flüße und Ströhme, oder ſtehend Gewäßer, die nicht abgelaßen werden können, und die man Seey zu nennen pfleger, zum Gegenſtande.';
Ju den Marken und Pommern, wo wenige Gelegenheit zu einer ordentlichen Teichwirthſchaſt vorhanden iſt, trift man dergleichen ſtehende Gewäßer in großer Menge, und an einigen Orten recht im Ueberfluß anz; in Schloſien hingegen find. ſolche ſehr ſpar- ſam. So weißlich iſt alles in der Natur geordnet. Was ſie einer Gegend wegen ihrer Laze entziehen müßen, giebet ſie derſelben auf eine andere Art auf eine doppelte-Weiſe wieder. Site bereichert alle mit allem, nur auf verſchiedene Art.
. Die großen, beſonders die ſchifbaren Flüße und Ströhme, gehören zu unſern Zei- ten zu den landesherrlichen Regalien, und niemand darf ſich der Fiſcherey auf denſelben,
* ohne ausdrückliche Landesobrigfeitliche Erlaubniß uud Vergünſtigung anmaßen. Juzwi- ſchen iſt der Gebrauch davon an den meiſten Orten den Bewohnern der Ufer verliehen.
: Die ſtehende: Gewäßer und kleine Zandbäöc<he gehören. zum Ligenthum eines jeden Gutsbeſitzers. Ihr Gebrauch und Befiſchung aber iſt ein Vorrecht der Grund- Obrigkeit, deſſen ſich kein andrer Dorfseinwohner bedienen kann, es ſey denn, daß
- ihm ſolches beſonders ſchriftlich oder mündlich verſtattet worden.
; in 6.- 50.- f; Daß, wemr ſolche im gehörigen-Stande bleiben ſoll, Brut und Ingend geſchonet, und daher weder in der Laichzeit gefiſchet, noch auch Enten gehalten werden müßen.
Die Fiſche in den ſtehenden Gewäßern ſind ſich gleichſam ſelber überlaſſen, und es- hat dex'menſchliche Fleiß, inſonderheit bey großen Seen, an deren FENG Ie : a


