Von den allgemeinen Begriffen, die ein Nichter tc. 33
mit in Anſchlag Fommen; ſo harſich ein Richter, nicht bloß durch ihren gegenwärtigen Zuſtand blenden zu laßen, ſondern ſein Auge muß auc auf die künftige Zeiten, und ob dey Betrieb derſelben ohne YT6<htbeil des ſonſt nubaren 5Zolzes beſtändig fortge- ſetzet werden Fönne, gerichtet ſeyn,-
6. 45. z Von der Fiſcherep.
Zu den nußbaren Wirthſchaftstheilen, welche den Inbegriff. eines Landgutes aus- - machen, mag auch mitdem größeſten Recht die Fiſcherey gezählet werden. Sie hilft nicht allein den in der Landhaushaltung nöthigen Aufwand erleichtern, ſondern fann auch, nach Verſchiedenheit der Lage, und andern Umſtänden, das baare Einfommen eines Landwirths ganz anſehnlich vermehren. ' Sie iſt doppelter Gattung, nemlich die Teich- und wilde Fiſcherey. Die lezte hat wiederum entweder Flüße, oder ſtehende Seen und Gewäßer, zum Gegenſtande. Bey beyden ereignen ſich öfters Umſtände, welche richterliche Hülfe und Entſchei- dung erfordern. Unſerer Abſicht wird es daher gemäß ſeyn, auch hievon die nöthige alle gemeine Begriffe anzumerken.
CG. 46. Von der Teichwirthſchaft, und was, wenn ſolche vollkommen ſeyn ſoll, dazu gehöret.|
Die Teichfiſcherey kann auch mit gutem Fuge die künſtliche Fiſcherey genannt wer“ den,„indem dabey alles auf den Fleiß und Induſtrie der Menſchen anfommt; wiewohl nicht zu läugnen iſt, daß auch hierunter, wie unten mit mehrern erhellen wird, die Natur zu Hälfe kommen und gleichſam den Weg bahnen maß.
Zu einer vollſtändigen Teichwirchſchaft werden Teiche von verſchiedener Art erfor- dert.„Zur Anziehung guter Karpfen, als welches die Hauptgattung der in den Teichen zu nährenden Fiſche, ſind Strichteiche, Stre>teiche, Wachsteiche und Zeller nöthig. Wo es an einem von dieſen Arten fehlet, kann die Teichwirthſchaft nicht für vollkommen geach- fet-werden, ſondern ſie iſt nur Stückwerk.
Zur erſten Zeugung guten Karpfenſaamens, iſt, nach dem Verhältniß der ganzen Fiſcherey, für eine oder ein paar bequeme und wohl gelegene Strichteihe zu ſorgen, Dieſe-müßen nur ganz flach, mit klaren Waſſer verſehen, und dergeſtallt beſchaFen ſeyn, daß ſie ganz rein abgelaßen werden können, auch eine warme Lage, dergeſtallt, daß ſie die Sonne wohl treffen kann, haben. Zwanzig bis dreyßig Stü wohl ausgeſuchte 5 bis 6 jährige Karpfen, halb weiblichen halb männlichen Geſchlechts, ſind für eine ziemlich anſehnliche Fiſcherey den nöthigen Saamen zu.zeugen, ſchon hinreichend.
: Die Karpfen haben verſchiedene Jahre nöthig, um zu ihrer Vollſtändigkeit zu gelangen, und zum Gebrauch tüchtig zu werden. Ihr Wachsthum wird befördert, wenn ſie alle Jahre in ein friſches Waſſer und andern Boden geſeßet werden können. Hiezu dinen die StreFteiche, Solche find wiederum doppelter Gattung, zu jweyjährigen und dreyjährigen Sgaamen. Bei dieſen Streckteichen iſt ebenfalls dahin zu ſehen, daß ſie nicht allein rein abgelaßen werden können/ ſondern auch den ganzen Winter über tro>en
Oecon. For, I Theil.> verblei-


