Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
32
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32- 1.1 Erſtes Hauptſtü>,

Ein Eigenehümer kanü in dem Genußſeines Eigenthums, auf welches. der andre kein Recht hat, nicht geſtöhret werden. Hingegen iſt. auch. das Aufhütungsrecht eines dritten nicht ganz und gar zu ſchmälern, und zu einem Nichts zu machen.-

Ob derjenige, der die Aufhrütung hat, dergleichen neuen Zolzaufſchlag auf gewiße dazu beſtimmte Jahre ſchonen möiße? Ob aber au< der Eigenthümer die Schonung des ganzen Waldes auf einmabl verlangen könne? Dieſes ſind Fragen, zu deren Entſcheidung das vorhin aus der Forſtwiſſenſchaft angeführte zu wißen nöthig iſt...

6. 44: Wie der Ueberfluß des Lagerholzes am bequemſten zu verbrauchen, und in Geld zu ſetzen.

Bauholz und Kaufmannsgut-iſt eine Waare, die auch in den entfernteſten Ge- genden geſuchet wird, und ſeine Abnehmer findet. Auch ein tragbares Maſtholz kann als lenthatben mit vielen Vorthril genußet werden, iur allein wegen des überflüßigen Brennholzes, beſonders wenn ſolches durch Brände und Windbrüche auf eine ungewöhn- liche Weiſe vermehret worden, hat man in entlegenen Orten beſorget zu ſeyn Urſache.

Die Wälder von dem überflüßigen Lagerholz zu reinigen, und die Brandſtellen nebſt den Windbrüchen abzuräumen, damit dem neuen Aufſchlage Plaß gemacyer werde) erfordern die Regeln einer vernünftigen Forſtwiſſei:ſchaft,

Viele Gegenden ſind von der Beſchaffenheit, daß ein jedes benachbartes Landgut mit dem benöthigten Brennholz verſehen iſt, Was ſoll man nun an ſolchen Orten mit dem vorbemerkten Ueberfluß anfangen, da zu deßen Abſaß keine Hofnung noch Gelegenheit iſt?

Die Wirthſchaftsproducten in eine Geſtallt zu verwandeln, in. welcher ſie am be- quemſten abgeſeßet, und folglich den meiſten Nußen bringen können, gehöret mit zu der-- jenigen Klugheit, welche einem Londwirth in allen Umſtänden ſs unentbehrlich iſt. Und dieſe wird auch hier genugſame Mittel /- ſich von dem-Ueberfluß des"Holzes auff eine nuß- bare Weiſe zu entledigen, finden. bal 15 06055

Glaghütten, Theerofen, Kalf- und Ziegelofen, Kohlenſchwelen und Potaſchſie- den ſind wirthſchaftliche Vorkehrungen, wodurch auch der größeſte Vorrath des ſon? un- brauchbaren Holzes aufgeräumt, und mit vielen Nuten in baares Geld geſeßet werden kann.

.«Nur muß unter dieſen Umſaßmitteln, daß ich ſie ſo nennen darf, nach den Umſtän- den ſowohl der Lage als auch dem Verhältniß des zu verbrauchenden überfiüßigen Holz- vorraths;- eine kluge Wahl getroffen werden. So nüßlich dieſe Anſtallten bei dem Ueber- fluß des Holzes ſind, ſo ſchädlich können ſie werden, wenn ſie, nach dem Verbrauch des überflüßigen, annoch ferner fortgeſeßet werden wollen.;

Glahütten anzulegen, erfordert viele Koſten und Gebäude. Es iſk daher ſolches nur bey einem außerordentlichen Vorrach von überflüßigen Holz, deßen Vorrach, ſo zu ſagen, nicht abzuſehen iſt, rachſam. Kalk- und Ziegelofen findet nur an denjenigen Or- ten ſtatt, wo Kalkſteine und Ziegelerde vorhanden iſt. Theerofen, Kohlenſchwelen und Potaſchbrennen ſind bey einem mäßigen und nur auf eine gewiße Zeit gegenhaltenden Holz? Ueberfluß die ſicherſten Mittel.||

Werden alſo dergleichen eine ſtarke Seuyerung erfordernde Anlagen entweder als nützliche Meliorationen angegeben, oder ſie ſollen bey Würdigung eines Landgvtes ] mit