Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
31
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Bon den aligemeinen Begriffen; die ein Richter 1. ZE

Wichtigkeit. Und es iſt öhnſtreitig, daß an den großen Verwüſtungen, die män zu un- ſern Zeiten in vielen Wäldern antrift, die darinn öfters entſtandene Brände den größeſten Antheil haben, wie ſolches einem jeden Reiſenden. von ſelbſt in die Augen fällt. Das Verbot wegen des Seueranmachens und Tabakrauchens in den Wäldern iſt daher eins ſehr heilſames- Geſetze, und die Zirten die dergleichen Brand öfters aus Dorſatz, unz dadurch friſches Bras zu bekommen; verurſachen, können nicht hart genug beſtrafet werden.

Das auf ſolchen Pläßen ſtehende Holz wird zwar durch die Flamme nicht verzeh- ret, doch aber in ſeinem Wachschum erſtiker, und ſolchergeſtallt die ſchönſte Bauzimmer in bloßes Brennholz verwandelt,

Bey den Windbrüchen ſind zwar alle Holzarten in Gefahr, und auch die ſtärkſte Eiche fann einer auf ſie treffenden ſogenannten Windesbraut nicht. widerſtehen- Jn- zwiſchen ſind-die Ficht- und Kieferwälder, theils. wegen ihrer Höhe, und'cheils wegen des lockeren Bodens, auch- dieſem Uebel am meiſten ausgeſeßet- Cine einzige ſtürmiſche Nacht Fäller in einem ſolchen Walde öfters mehr nußbares Holz, als fonſt nach wirchſchaftlichen Regeln. in 10 und mehrern Jahren nicht daraus genonunen werden. ſollen.

Wem der DTvigen des durch dieſe Unglü&sfälle verdorbenen Zolzes zukom- me, gicvet nicht ſelten 31 Steitiegkeiten zwiſchen einem Eigenthümer und Genießbrau- Her, imgleiczen den Fehnsbeſitzern und ihrern Erbfolgern, Anlaß. Unter welchen Umſtänden einen oder dem andern ein Recht daran. gebühre 5 ſoll an ſeinem Ort; wo von. dieſer Vyaterie beſonders gehandelt werden wird, näher beſtimmet werden. In- zwiſchen iſt dieſer kurzer Unterricht von der YJatur dieſer Unglü&sfälle, weil.er dabey zum: Grunde geleget werden ſoll, vorläufig zu merten.

6. 43. Von denr jungen Aufſchlag und deßen Schonang..

Bey dem-überall ſtarken Verbrauch des Holzes ſowohl, als auch dergleichen fich: öfters ereignenden Unglücfsfällen, würden die Waldungen, ſo anſehnlich ſie auch ſeyn- gen, bald ein Ende nehmen, wenn. man nicht wieder auf junges Holz und deſſen Anwachs bedacht wäre.:

Kin jeder Beſitzer, er mag Eigenthümer feyn, oder nur den Genießbrau< hal- ten, iſt hiezu verpflichtet. DieYTJatur der Sache erfordert ſolHes. Denn da bey dem Genießbrauc< das-Weſen der Sache ſelber unverändert und eben daßelbe bleiben muß, ſolches aber bey einem Walde, aus welc<em man nur ümmer Zolz nehmen nicht aber wieder anbauen wollte, nicht geſchehen könnte, ſd ergiebet ſich dieſe auch dem Genieß- braucher obliegende Schuldigkeit vorn ſelbſt.

Das natürlichſte und gewöhnlichſte Mittel, bas in den Wäldern abgegangene Holz wieder zu erſeßen, iſt die Beförderung des iungen Aufſchlages. Dieſes kann nicht geſchehen, wenn nicht von den Oertern, wo das jung? Holz wieder aufſchlagen und hervor- wachſen ſoll, das Vieh auf einige Jahre zurügehalten wird. Solches pfleget auf Sei- ten derjenigen, welche in vergleichen. Wäldern die Aufhütung8gerechtigfeit beſißen, öfters Schwierigkeiten zu finden,

Eim