Von den allgemeinen'Begriffen, die ein Richter ce, 27 8. 37:
Pon dem Weinbau, und wie deſſen LTutbarkeit zu beurtheilen.
Mit dem Gartenbau ſtehet der Weinbau in einer gewiſſen Verwandtſchaft, In den Ländern, die ſich ihrer natürlichen Lage nach dazu ſchien, giebet ſolcher einen ſehr wichtigen Gegenſtand der landwirthſhaftlichen Haushaltung ab. In unſern nordiſchen Gegenden aber, ſind die Weinberge ſehr ſparſam, und deren Ertrag öfters kaum der Mü- he werth. Es wird daher auch nur wenig davon geſaget werden dürfen,
Bey Beurtheilung des bey einem Landguth befindlichen Weinbaues und daraus erwachſenden Nußtens, iſt, ſo wohl auf den jährlichen Ertrag der Weinleſe, als auch auf die zur Beſtellung erforderliche Koſten, zu ſehen.
Es iſt bekannt, daß die Wärme und Sonnenhiße zur Güte des Weins, das al- lexbeſte beyträget, wie uns ſolches die warmen Länder, welche den beſten Wein liefern, durch die Erfahrung lehren. Eine gute Lage iſt alſo die erſte Eigenſchaft eines Weinber- ges. Wenn der Wein durch die Sonnenhiße, beſonders in unſern mitternächtlichen Ge- genden, zur gehörigen Reife gebracht werden ſoll, ſo iſt es eine ganz natürliche Folge, daß der Weinberg gegen die volle Mittags-Sonne gelegen ſeyn müſſe. Auch iſt nöthig, daß er gegen die ſchädlichen Nordwinde gehörig gedeet ſey. Eben ſo iſt auch bey der La- g2 der Weinberge darauf zu ſehen, ob in der Nähe ein Wald befindli), wodurch öfters eine Menge der verderblichen Raupen und andern Ungeziefers herbeigeführet werden.
Nicht allein eine gute und bequeme Lage macht einen Weinberg einträglich, ſon- dern die Güte des Bodens hat auch ihren Antheil daran. Ein faltgründiger Boden ſchicker ſich niche für den Weinbau. Er giebet nicht allein weit weniger, ſondern auch ei- nen ſauern Wein,
Die! Einwöglichfeit eines Weinberges kann nicht ſicherer, als nach der Menge-der Pfahlhaufen, jeden zu 7 Schock gerechnet, beurtheilet werden. Je mehr Pfähle, je mehr Weinitsbes je mehr Weinſtöcke, je mehr Wein, In den mitteln Weingegenden rechnet man auf 6 bis 7 Pfahlhaufen 6 Eimer Moſt.' Der Preis des Moſtes aber läßet ſich nicht anders,-als nach deßen verſchiedenen Gute, beſtimmen.;
In den Weinbergen pfleget auch gemeiniglich viel und ſchönes Obſt erzenget zu werden. Dieſes muß daher der Cinnahme ebenfalls zugerechnet werden. Ja, wenn in unſern Nordiſchen Gegenden nicht die mit untergepflanzte Obſtbäume deu Ertrag vermeh- ren hülfen, ſo mögcen wohl die Weinberge von weniger Nußen ſeyn,
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Fortſezung des vorigen.
Der Wein wächſet nicht von ſelber, ſondern erfodert viele Plege und Wartung, welches mancherlei Koſten und baare Ausgaben verurſachet.
Ein jeder, ver nur jemahl einen Weinberg geſehen, begreiffet gar leicht, daß zu den großen Gehegen, womit derſelbe eingeſchloßen iſt, ingleichen zu den vielen Gelendern und Pfählen eine große Menge zum Theil nußbaren Holzes gebrauchet werde. Einem Cigenthümer, der nicht eignes hiezu FA SEDEE Holz hat, ſondern ſolches erfaufen, 1
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