Bon den allgemeinen Begriffen, die ein Richter tc. 17
52124: Daß der Ertrag des Ackers nicht alle Jahre gleich, und alſo deſſen wahre Abnutzung nicht ; anders, als nach einem gewiſſen Durchſchnitt, veſtzuſetzen ſep.
Daß der Ertrag des Acferbaues nicht A Jahren gleich ſey, lehret die Er- fahrung. Bald ſind die Felder mit einem reiche Ueberfluß von Früchten bedecfet, bald ſind die Ernten nur mittelmäßig, bald bringer der Aer kaum ſo viel ein, daß die darauf verwandte Arbeit und Beſiellungsfoſten bezahlet werden. Das eine Jahr gerathen alle Feldfrüchte wohl, in dem andern ſchläger nur eine Art derſelben fehl, indem die andern ein gutes Gedeihen haben, und in einem dritten ſpüret man einen Migwachs in ſämmt- lichen Getreideſorten.
So gewiß iſt es, daß die Fruchtbarfeit der Felder nicht blos von der guten oder ſchlechten Beſtellung, wiewohl auch dieſe öfters zu dem verſchiedenen Ausſchlag ſehr viel beytraget, abhanget. Nicht blos der Fleis und gute AFerbeſtellung, ſondern auch, und zwar hauptſächlich, die Witterung der Jahres- Zeiten, beſonders im Herbſt und Frühjah- re, beſtimmen das eigentliche Schickſal unſerer Ernten.;
Bey dieſer Ungewisheit in dem Erfolg unſerer Acerarbeit, läſſet ſich der beſtän- dige Ertrag des Feldbaues nicht nach dem, was derſelbe bey einer allemahl gleichen Witte- vung bringen könnte, beſtimmen, ſondern es ſind die oben bemerkte auf eine verſchie- dene dreyfache Art abwechſelnde Ernten nach einem ohngefähren Durſchnitt zu be- rechnen, und nah dieſer Berechnung der immerwährende YTurzen des A&Ferbaues veſt zu ſetzen,;;
6 So wohl bey Derkauf- als Pacht- Anſchlägen, bey öffentlicher Verwaltung der Landgäüther und bey Berechnung eines im Genießbrauch gebabten Guthes, ſind vor- ſtehende ökonomiſche Anmerkungen forgfältig zu beobachten, und bey Entſcheidung der daräüber vorfallenden Streitigkeiten zum Grunde zu legen.
03.25.
Bey der verſchiedenen Witterung iſt zugleich auf die verſchiedenen Gattungen des Erdreichs zu ſehen.-
Nicht allen Acferarten iſt die Witterung gleich ſchädlich. Ein Boden vor den andern. leidet durch dieſelbe. Einem trocknen und hochliegenden Felde ſchadet eine über- mäßige Därre, und einem von Natur feuchten und niedrig liegenden hingegen, iſt ein naſſes Frühjahr höchſt gefährlich.
Das übelſte hiebey.iſt, daß die beſten und ihrer natürlichen Beſchaffenheit nah fruchtbarſten Acferſtücke hierunter der meiſten Gefahr ausgeſeßer ſind. Ein ſchwarzer fetter Boden, 3. B. kann eine widrige Frühjahrs- Witterung am wenigſten vertragen. Theils werden die darin geſäete Früchte durch eine überflüßige Näſſe zu Grunde gerichtet, undtheilsin dem Anfange des Frühlings, wo nicht ſelten die Tage und Nächte mit Froſt und Sonnenſchein abwechſeln, verderben. Bey dieſer Abwechſelung wird derſelbe, da er ein ſchwammigtes Weſen an ſich hat, bald aufgezogen, bald aber fällt er wieder zuſammen, Hiedurch werden die Wurzeln oder Pflanzen losgeriſſen und entblöſſet. Die Beſißer in
der ſogenannten ſchwarzen Meile bey Breslau, können ſolches bezeugen. Es iſt daſelbſt S Oecon, For, IL Theil. C nichts


