IO"1 Erſtes Saüptſcus,
werden ohne dieſes Augenmerk niemadi eine zuverläßige Richtigkeit erhalten, und bey denen über die Aufhütungs-Gerechtigkeit entſtehenden Streitigkeiten, iſt ſolches eben- - falis zur Richtſchnur zu nehmen. j ; j Gering 4 15530: Waruni unter allen Verbeſierungen die Verbeſſerung der Wieſen und Zutuigs: pläge die erſte und nothwendiaſte ſep.
Die gewöhnliche Futterung, beydes für Zug- und nußbares Vieh, iſt int Sommer Sütynd und im Winter 5Zeu.
Soll nun ein mir dem Ackerbau übereinſtimmender und verhältnißmäßiger Vieh- ſtand unterhalten, und ſolcher mit reichlichen Futter verſorget.werden, ſo iſt die Pflege und- Verbeſſerung der Wieſen und Hütungspläße eine der vorzüglichſten Aufmerkſamkeit würdige Sache. Ein jeder ſiehet von ſelbſt ein, daß die 8. 10. 11. 12, 13. und 14, ani- geführte Wirthſchaftsſäße, wie eine Kette zuſammen hangen, und imtner einer den Grund Des andern in ſich hält. Dasjenige aber, was im gegenwärtigen 8. geſaget worden, iſt gleichſam der erſte Grundſtein, worauf das ganze Lehrgebäude des Acferbanes ruhet. Große und erfahrne Wirthe haben daher ſchon vor mir angemerket, daß, bey allen Vorbeſ- ſerungen der Landwirthſchaft, wenn ſie gründlich upd dauerhaft ſeyn ſollen, mit dex Ver- beſſerung der Wieſen und Hütungs-Pläße, der Anfang gemacht werden müſſe.
Der Acker kann ohne zureichende Düngung uicht die gehörige Früchte tragen.. Eine zureichende Düngungſtehet nur allein von einem verhältnißmaßigen Viehſtand zu er- warten. Zur Erhaltung eines verhältnißmäßigen Viehſtandes., wird deſſen reichliche Ausfütterung ſowohl im Sommer als Winter erfordert. Eine ſolche reichliche Ausfutte- rung wird von den Wieſen und Hütungspläßen gewonneu. Wer begreifer nun nicht, Daß unter dieſen ſo genau mit einander verbundenen Wahrheiten die lektere der Grund von allen übrigen ſey, und daß ein jeder, der ſeinen Aerbau in einen blühenden Zuſtand gebracht wiſſen. will, zuvörderſt ſeine Wieſen und Hürungspläße in Bearbeitung nehmen, und ſie in den beſtmöglichſten Stand zu ſeen bemühet ſeyn müſſe? Wer anders verfähret, der ſpannet.die Ochſen hinter den Pflug, und wird. bey allen ſeinen Verbeſſerungsprojeften. giemahl vorwärts fommen.
In unzähligen Sällen, beſonders aber bey Entſcheidung der vor Gerichte ge- brachten Weliorations- SrreitigFeiten, bey öffentlichen Retadliſſements und bey Einri- wnd der unter vormundſchaftliher Verwaltung ſtehenden Landgüther, bat ein auf- merkſanzer Richter dieſen ökoyowiſchen Grundſaz; niemahl auſſer Augen 31 laſſen.
6. 16 Was bey der Verbeſſerung der Wieſen zu beobachten.
Da die meiſten Wieſen in der Tiefe gelegen, ſo iſt ihr gewöhnlichſter Fehler, daß fie zu naß ſind. So nüßlich es denen Wieſen iſt, wenn ſie zu rechter Zeit überſchwemmet und dadurch bedünget werden können: fo ſchädlich hingegen iſt es für dieſelben, wenn ſie eine beſtändige Näſe bey ſich führen. Dieſe überflüßige Näſſe hindert nicht allein den Wachsthum des-Graſes überhaupt, ſondern verurſachet auch, daß auf ſolchen Wieſen nur!
ein ſauer und mager Futter, welches dem Vieh wenig Nahrung giebet, gewonnen Hm| erglei-


