Teil eines Werkes 
Erster Band (1775)
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen

BD.--*Erſtes Hauptſtück, ; Soll nun ſo viel Miſt, als zur möglichſt vollkommenen Bedüngung eines Land- guthes erfoderlich"iſt, zuſammen gebracht werden, ſo iſt hiezu. ein richtiges Verhältniß zwiſchen dem AFerwerk und Viehſtand nöthig. Daß viel Aer und wenig Vieh ſich nicht zuſämmen paſſen, braucht feines umſtändlichen Beweiſes, ſondern fällt einem jeden, ſo unerfahren er auch ſonſt in der Landwirthſchaft ſeyn mag, von ſelbſt in die Augen.

' Dieſes richtige Verhältniß zwiſchen Aferbau und Viehſtand, iſt von der äuſſerſten Wichtigkeit. Wer ſelbiges unterbricht, zerrüttet die ganze Wirchſchaft, und wer ſolches auſſer Augen ſeßet, wird die dahin einſchlagende Dinge niemahl mit Zuverläßigfeit beur- theilen können,| EE SRIS CHEMG 234 037

Soll nun, um den wahren Ertrag eines Landgutbes«usfündig zu machen, nicht allein auf die innere Güte des AFers CF. 9, ſondern auch auf deſſen Düngungs- Zuſtand 5. 10; RüFſicht genommen werden: ſo iſt es eine nothwendige Folge, daß biebey 0 die Starke oder Shwäce des Diehſtandes zum Grunde geleget wer- den müſſe.-. NOG: es: DE

Zey den Gemeinheiten und deren Aufhebung in Anſehung der commun ge- weſenen Weiden und Zütungen kann ein Richter keinen ſichern Theilungsplan beſtim- men, wenn er nicht das Verhältniß zwiſchen AXerbau und Viebſtaud vor Augen hat.

Auch bey öffentlichen Retabliſſements der dur& Krieg oder andre Unglö&fälle in Verfall gekömmenen Landgütber iſt dieſes als'eine Zauptregul anzuſehen. DOhne Wiederherſtellung des richtigen Verhältniſſes zwiſchen Ackerbau und Viehſtänd, wird nie- mahl ein wahres Rerabliſſement zu Stande kommen 7 gleichwie hingegen,"wo mit dieſem der Anfang gemacht wird, alles übrige mit leichter-Mühe in Ordnung zu bringen iſt.

Z63 12:7

Alle Vieharten, ſo wohl Zug: als nuzbares Vieb, ſind zur Düngung nothwendig.

..Däs zur Bewirthſchaftung eines-Landguthes nöthige Vieh, iſt c<heils Zug- theils

nußbares. Vieh.- Zu: dem Zugvieh gehören Pferde und Ochſen; zu'dem nußbaren Vieh aber, Kühe und- Schafe, des kleinen Viehes an Schweine- und Federvieh nicht zu ge- denken,: win ILE 1-9 GENES 5) Ohne das. benöthigte. Zugvieh kann der Acer nicht-beſtellet, ohne-das nußbare Vieh aber Hütung, Wieſewachs und die mancherley Arten von"Abgängen des Getreides nicht genußet,. auch die Felder nicht gehörig bedünget werden. Beyde ſind daher zur Er- haltung der-Wirthſchaft gleich nothwendig, und es iſt alſö) wie ſchon 6. 5. beyläufig an- gemerket worden, ein irriger Sa3, wenn man bey gerichtlichen Auspfändungen zwar das Zugvieb ſchonen, das nutzbare aber als entbehrlich anſeben will.

-+ Daß beſonders die Schafe hierunter einen Vorzug haben. Da wir gegenwärtig blos von. der Bedüngung der Felder reden, ſo iſt gewiß, daß,

in dieſer Abſicht, unter" dem nußbaren Viehe die Schafe einen groſſen Vorzug haben, und daher auf deren Erhaltung und Vermehrung bey allen Gelegenheiten geſehen werden

muß.. 5; ie