Bon den allgemeinen Begriffen, die ein Richter 8, 7
Luft, Schnee, Thau und Regen theilen zwar dem Erdreich alle Jahre eine gewiſ- fe Menge von Nahxungoſäſten mit. Da aber, bey den angehäuften Bedürfniſſen der fait durchgehends mehr als jemahl bevölferten Staaten, dem Acer an den wenigſten Orten ſo viele Ruhe gelaſſen werden fann, als zu dem Erſaß ſeiner verlohrnen Kräfte durch den ele- mentariſchen Einfluß nöthig iſt; ſo iſt zu deſſen Wiederherſtellung in ſeinen fruchtbaren Stand, noch ein anderes Mittel nöthig. Und dieſes beſtehet in der richtigen Anwendung aller bisher befannt gewordenen ſo wohl gewöhnlichen als ungewöhnlichen Düngungs- Arten.
Wie groß der Unterſcheid zwiſchen einem magern und wohlbedüngten Aer ſey, lehret die tägliche Erfahrung; und ſchon die Vernunft kann es mit Ueberzeugung, einſehen, daß ein an Nahrungsſäften reiches Erdreich auch reiche Ernten, ein davon erſchöpftes aber nur wenige und ſparſame Früchte bringen könne. Man thut der Sache nicht zu viel, wenn man. den. Ertrag eines fetten Ackers doppelt ſo hoch, als was ein magerer einbringt, annimmt. Und unter gewiſſen Umſtänden kann dieſes Verhältniß noch höher geſeßet werden.
Je öfter ein Acker gedünget werden kann, je mehr wird ſeine Fruchtbarkeit beför- dert. Die erſten Trachten finden eine größern Ueberſluß an Nahrungsſäften, als die nachfolgenden. CEs.iſt daher ganz natürlich... daß jene vor dieſen einen. augenſcheinlichen Vorzug haben müſſen. Wer ſeinen ſammtlichen Aeckern alle fechs Jahre friſchen Dün- ger geben fann, von dem kann man mit Recht fagen, daß ex ſeinen Aerbau in. vollfomm- nen Staude habe... Neunjährige Düngung gehet auch noch an. Wer aber mit der Dün- gung ſchon länger zurückbleiben muß, der hat es in ſeinem Acferweſen noch nicht zu der gehörigen Vollkfommenheir gebracht.;
Aus dieſem allen folget vow ſelbſt, das, ſo wohl bey öffentlichen beydes Ver- kauf- und Pachtanſchlägen der Guürber, als auch bey Aufhebung der Gemeinheiten, wo die Eigenthümer ihre bisherige N&erſtü>ke gegen einander zu verwechſeln genötbiget find, nicht blos auf die natürliche innere Güte des AFXerwerks, ſondern auch und 3wax hauptſächlich auf deſſen Düngungs-Zuſtand RyFſicht genommen werden müſſe.
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Daß, wegen der ſo unentbehrlichen Düngung, der Ackerbau und Viehſtand in einem richti- gen Verhältniß ſtehen, und jener nach dieſem-beurtheilet. werden muſſe.
Der Fleiß und das Nachdenken unſrer heutigen aufgeklärten Wirthe, hat eine Menge von Düngungsarten entdeckt, die ehedem nicht bekannt waren. Allein ſie ſind zum Theil für die meiſten Beſißer zu koſtbar, zum Theil aber auch nicht mit der gehörigen Bequemlichfeit herbey zu ſchaffen.:
Bey Beurtheilung des Düngungszuſtandes eines Lanöguches, können alſo dieſel- ben, es ſey dann, daß-ſie.in den. Gränzen des Guches ſelber, z. B. Kalk, Mergel, aus- gebrachte Potaſche u. d. m. befindlich wären, eigentlich in keinen Betracht kommer, Nur allein nach den. gewöhnlichen Düngungsarten, die das Guth ſelber durch den Miſt von allen Vieharten zu liefern im Stande iſt, muß die Berechnung, der möglichen Dün- gung angeleget werden.
Soll


