Vom Längenmaaße.'
4 Erſter Abſchnitt.
den, damit hiernach) der Baumeiſter, Künſtler, Hande- werker 2c. ſeinen Maaßſtab prüfen kann.
Auch giebt die Benennung rheinländiſcher Fuß noch zu mancher Zweideutigkeit Gelegenheit, weil meh- rere Gewerksleute, welche in der Fremde einen ſogenann= ten rheinländiſchen Fuß erhalten haben, durch die gleiche Benennung getäuſcht, denſelben ohne'weitere Prüfung gebrauchen, da doch vfters eine merkliche Differenz zwi- ſchon dieſem und dem bei uns eingeführten ſtatt findet. Dieſen Zweideutigkeiten wäre dadurch am erſten zu begeg- nen, wenn die Benennung rheinländiſcher Fuß bei uns gänzlich abgeſchafft, und dafür der Name brandenbur»- ger Fuß eingeführt würde*). j
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Die vorhin angegebene Grdße des rheinländiſchen Fußes, nach welcher 13913 pariſer Fuß eben ſo groß als 14400 rheinländiſche ſind, giebt zur Länge der rheinlän- diſchen Ruthe 1669, 5 6 pariſer Linien oder 11 Fuß 7 Zoll 1342 Kinien.
Wenn nicht die großte Genauigkeit erfordert wird, ſo kann man 57 pariſer mit 59 rheinländiſchen Füßen vergleichen.;
Die rheinländiſche Ruthe wird bei uns nach dem
verſchiedenen Gebrauche, in zwölf vder in zehn gleiche-
Theile getheilt. Der bis jekt beſchriebene Fuß oder der zwblfte Theil einer Ruthe, heißt der Werk- oder Bau- Fuß, und wird beim Bauen, bei den Gewerken und bei der Königl. Artillerie gebraucht. Dahingegen, wenn die rheinländiſche Ruthe in zehn. Theile getheilt wird, ſo iſt ein ſolcher zehnter Theil der Ruthe, ein Feldfuß, wor- nach die Grbße aller Ländereien beſtimmt wird. Die Länge dieſes Feldfußes beträgt daher 166, 956 pariſer Linien oder 1 Fuß 1 Zoll 10232 Linien, das heißt, 12000 rheinländiſche Feldfuß ſind eben ſo groß als 139r3 pariſer, oder wenn nicht die grdßte Genauigkeit erfordert wird, ſo vergleichen ſich 69 rheinländiſche Feldfuß mit 80 pari- ſer Fuß.
-*) Die Benennung berliner oder preußiſcher Fuß iſt deshalb nicht gewählt worden, weil daraus ähnliche Zweideutigkeiten entfiehen könnten.


