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Oeconomie der Landwirthschaft : mit Kupfern und Tabellen / nach dem Französischen des Baron E.V.B. Crud von C.F.W. Berg
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ODeconomie der Landwirthſchaft. 24

wo er am niedrigſten geſtanden. hätte. Dieſen Preis müßte man nach dem Markt- preiſe der. zwei oder drei nächſten Marktpläße beſtimmen.

In wie weit bis hierher von der Verpachtung die Rede geweſen iſt, habe ich bloß das billige Intereſſe des Verpachters im Auge gehabt;'was den Pachter ſelbſt betrifft, ſo ſteht er, 1 ſobald er ſolche Bedingungen eingegangen iſt, ohngefähr auf gleichem Fuße mit einem, der ſein Grundſtück ſelbſt bewirthſchaftet. Wenn ich daher von dieſer Art der Nußung ſpreche, werde ich nicht Gelegenheit nehmen, das- jenige abzuhandeln, was dem Pachter hinſichtlich ſeiner Vortheile in der Bewirth- ſchaftung zu beobachten nöthig iſt,|

Der Pacht um die Hälfte.

O. 23,

Dieß iſt ein Contract, nach welchem der Grundbeſißer ſein- Gründſtüs einer Familie zur Bewirthſchaftung überläßt, mit dem Vorbehalt der Hälfte des Ertrags.

Dieſe Art der Nußung würde faſt alle Vortheile, ſowohl für den Bewirth- ſchaftenden als den Grundeigenthümer und den Staat in ſic) vereinigen, wenn man nur immer in den Familien, die dieſe Art Pacht unternehmen,- diejenige vollkom- mene Rechtlichkeit anträfe, welche den Eigenthümer allein vor Bevortheilungen ſicher- ſtellen kann,

I< habe den Pacht um die Hälfte in mehreren Gegenden der Schweiz und Jtalien, und einigen Gegenden Frankreichs. üblich gefundenz in jedem dieſer Zänder aber mit anderen Bedingungen.

SG 5

Was die Kornfrüchte betrifſt, ſo findet hier nicht viel Verſchiedenheit ſtatt; der Gutsbeſizer und der Pachter tragen jeder die Ausſaat zur Hälfte, und theilen dann auch zur Hälfte den Ertrag. Das Gleiche geſchieht mit einigen Arten von Wurzelgewächſen, als Erdäpfeln und Möhren, ferner mit den Oelſämereien, dem Flachs und den Fruchtbäumenz mit dem Unterſchiede jedoch in Hinſicht"der leßteren, daß die Bäume und Weinanpflanzungen gewöhnlich auf Koſten des Grundeigen- thümers ſtatt haben, dem auch die Pflege derſelben aus eigenen Mitteln obliegt, bis ſich der Pachter für die Hälfte des Ertrags dazu verſteht.