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Oeconomie der Landwirthschaft : mit Kupfern und Tabellen / nach dem Französischen des Baron E.V.B. Crud von C.F.W. Berg
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Seite
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ODeconomie der Landwirthſchaft.

Der Chef oder Dirigent der Wirthſchaft,

6. 3»

Der größte Theil der landwirthſchaftlichen Unternehmungen erfordert eine Un- ermüdlichfeit und Ausdauer, deren nur wenige fähig ſind; zumal, wenn man ſich nicht blos auf die alte Einrichtung einer Wirthſchaft beſchränken will, ſondern eine Vervollkommnung derſelben beabſichtigt.

Manche Perſonen, die des Weltlebens ſatt ſind, oder nach einem Mittel ſtreben, auf ehrenvolle Art ihre Revennen zu mehren, fangen an, mit einer Art Eifer, gewöhnlich aber doch nur oberflächlich, landwirthſchaftliche Bücher zu leſen; ſie finden vielleicht die Angabe von großen Vortheilen darin, die dem oder jenem Land- wirth aus einem beſondern Zweige der Landwirthſchaft erwachſen ſind; und bilden ſich nun ſogleich ein, troß ihres gänzlichen Mangels an Vorkenntniſſen und Erfah- rungen, zu eben ſolchen glücklichen Erfolgen gelangen zu können. Sie wagen Unterneh- mungen, die mannichfache Schwierigkeiten darbieten 3 und während ſie es nicht erwarten können, die eingebildeten Früchte derſelben zu genießen, vergeſſen ſie, diejenige reife Ueberlegung bei ihren Schritten ſtatt finden zu laſſen, welche am ſchnellſten zum glücklichen Ziele leitet."Eine. ſol<e Uebereilung kann nur zu getäuſchten Erwartungen führen, die der Luſt für die Landwirthſchaft bald ein Ende machen. Dieſe Anfänger ſchreiben dann auf Rechnung der Natur, was einzig Schuld ihrer eigenen Unerfah» renheit war, und es wurzelt bei ihnen eine Abneigung gegen einen Erwerbszweig ein, deſſen Vortheile ihnen freilich verborgen geblieben ſind. Ein Fehlſchlag zieht den andern nach ſich 3; und geben dieſe Leute zuleßt ihre Unternehmungen auf, ſo kann dieß nicht geſchehen, ohne alle die Vorſchüſſe, die ſie dabei gemacht haben, verloren zu geben; ja oft zerſtören ihre Nachfolger auch noch das, was ſie am beſten berechnet und eingerichtet hatten. So ruiniren ſie ihr Wermögen, ſtatt+ es zu meh- ren; wie es der Fall hätte ſeyn können, wenn ſie mit Ausdauer und durch hinlänge liche Erfahrungen unterſtüßt zu Werke gegangen wären,

9. 9.

Man muß ſich alſo wohl hüten, leichtſinnig eine landwirthſchaftliche Unter- nehmung von einiger Wichtigkeit zu beginnen; im Gegentheil muß eine ſorgſame Be- wegung vorangehen, in wie fern ſich dieſelbe mit den Verhältniſſen, unter denen man ſich befindet; den Neigungen, die man hat, und dem politiſchen und moraliſchen