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Oeconomie der Landwirthschaft : mit Kupfern und Tabellen / nach dem Französischen des Baron E.V.B. Crud von C.F.W. Berg
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Oceconomie der Landwirthſchaft. 5

Producte ſind diejenigen, welche aus dem Boden die reichlichſten Einkünfte ziehen laſſen, wobei man jedoch nicht vergeſſen muß, die Vorſchüſſe mit in Rechnung zu bringen, welche in den mit dem Anbau der Producte verfnüpften Unfoſten, und der durch ſelbigen veranlaßten Ausſaugung des Bodens, beſtehen. Um beträchtliche Ein- künfte erwarten zu können, muß die Cultur nicht allein öconomiſch, ſondern auch mit Bedacht und Klugheit geführt werden z der Boden muß ſeine gehörige Quanti- tät Dünger erhalten, damit die Producte bis zu dem Gipfel ihres Wachstchums ge- deihen können, den ſie erreichen dürfen, ohne von zu großer Ueppigkeit zu leiden; die Producte endlich müſſen mit Sorgfalt eingeerntet, aufbewahrt und mit Vortheil abgeſeßt werden, VIM 3.

Zur öconomiſchen Führung der Wirthſchaft gehört, daß der Dirigent eines kandguts theoretiſche und practiſche Kenntniſſe von den verſchiedenen Proccduren der vervollfommten Landwirthſchaft beſike; damit er diejenigen unter ihnen auswählen könne, welche für ſeinen Boden am anwendbarſten ſind. Hat der Landwirth) nicht beſtändig A<t darauf, die Handarbeit, wo es" irgend angeht, zu ſparen, ſo kann er nie auf ſeine Rechnung kommen, Zu dem nämlichen Zwe muß er auf Mittel be- dacht ſeyn, ſich um einen mäßigen Preis die Arme zu verſchaffen deren er benöthigt iſt, und damit er ſie immer zu ſeiner Dispoſition habe, muß er es ſo einzurichten wiſſen, daß er ſie den größten Theil des Jahres hindurch beſchäftigen kann; oder er wird ihre Arbeit unverhältnißmäßig theuer erfaufen müſſen, wenn er derſelben ge- rade bedarf. Derſelbe Grundſaß iſt auf das Zugvieh anwendbar; faſt überall laſſen ſich dur; Geſpannarbeiten große Erſparniſſe bewirken z; nur hält dieß deßhalb ſo ſchwer, weil man dabei gewöhnlich mit eingewurzelten Vorurtheilen zu kämpfen hat.

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Der Landwirth muß auf Mittel bedacht ſeyn, immer Dünger in hinläng» lichem Vorrath zu haben. Er begeht allemal einen Feh er, wenn er einen ausgeſo- genen Boden beſäct, ſobald er im Stande iſt, ſich um mäßigen Preis den Dünger zu verſchaffen, welcher nöthig iſt, deinſelben wieder aufzuhelfen. Jmmer muß er die 8conomiſche Nußung ſeines Gutes ſo combiniren, daß ihm, ſcy es mit dem ci» genen Grundſtücke, ſey es durc) Ankauf, die Quantität Düngers geſichert iſt, welc>e zum vollfon;mnen Gerathen der Ernte während dcs ganzen Cyclus der Fruchtfolge erforderlich wird.