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Der Absatz von Vieh und Vieh-Produkten. 51
duzenten mit den Konsumenten auf dem Gebiete in möglichst direkte Verbindung zu bringen.
Um dies zu bewerkstelligen, giebt es zwei Wege, die in ihrer Zweckmäßigkeit nach den lokalen Verhältnissen und nach dem Grade des genossenschaftlichen Sinnes und der genossenschaftlihen Schulung der in Betracht kommenden BViehhalter sich richten. Der eine Weg ist der des gemeinsamen Verkaufes von lebendem Mastvieh durch einen Vertrauensmann(Kommissionär) an einem Hauptabsat- plage, wie Köln, Berlin, Hamburg, Dresden 2c., und der andere ist die Errichtung von Genossenschafts-Sc<hlächtereien. Diese beide Arten genossenschaftlicher Verwertung näher zu beleuchten, sei meine nächstliegende Aufgabe.
Der Verkauf von lebendem Vieh durc< einen Kom- missionär richtet sich in erster Linie gegen den Zwischenhandel, der in manchen Gegenden bei dem Ankaufe von Mastvieh den kleinen Landwirt hart bedrückt und ihm Preise bewilligt, die in keinem Verhältnisse zum Wert der Ware stehen. Die in Betracht kommende Genossenschaftsform ist meines Wissens zuerst im Herzogtum Olden- burg, im Bezirke des alten Amtes Löningen, mit Erfolg im größeren Maßstabe durchgeführt. Es möchte deshalb angezeigt erscheinen, die dortigen Zustände eingehender zu schildern; sie find derartige, daß sie mit denen vieler anderer Bezirfe unseres deutschen Vaterlandes völlig gleich erscheinen.
Im oldenburgischen Münsterlande wurde seit Jahren die Klage geführt,
a) daß ein Ring hausierender Händler völlig den Markt in
Mastkälbern und Mastschweinen beherrschte;
b) daß die Landwirte durch diesen Umstand in ein gewisses Ab- hängigkfeits-Verhältnis zu diesen gebracht seien;
ce) daß in einem Bezirke ein einziger Aufkäufer, durch Unter- haltung zahlreicher Unterhändler, die Konkurrenz völlig ferne zu halten verstehe;
d) daß infolge davon die Verkäufer nicht allein mit den von jenem beliebten Preisen unter allen Umständen vorlieb
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