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Die Verkaufs-Genossenschaften.
Bei der Errichtung und Leitung einer deutschen Zuchtvieh-
Export-Genossenschaft müßte meiner Meinung nach im Auge behalten werden:
1. daß der Geschäftsführer eine kaufmännische gewandte Persön-
lichfeit sei, welche fremder Sprachen kundig ist und im Aus- lande sich schon aufgehalten hat;
. daß bestimmte Länder zum Import in Aussicht genommen
werden, wo Vertrauenspersonen zu gewinnen und von wo regel- mäßige Marktberichte zu sichern find;
. daß dem ersten Transport, welcher am besten zu einem Markt
oder einer großen Schau 2c. des in Betracht kommenden Landes eintreffen muß, durch Reklame in den dortigen Fach- blättern, Verteilung von Herdbüchern 2c. vorher schon die Wege geebnet werden, damit die event. Käufer auf die Ankömm- linge längst vorher aufmerksam gemacht sind;
. daß nur beste Ware zu nicht zu übertriebenen Preisen durch
die Genossenschaft zuerst angeboten werde. Die Preissteige- rung fommt später mit der wachsenden Nachfrage von selbst;
. daß jeder der Genossenschafter einen bestimmten Betrag als
„fonds perdu“ einzahlt, welcher zu Reklamezwecen 2c. 2c. ver- wendet wird und auch zur Deckung von Verlusten eventuell dient. Vielleicht wäre es empfehlenswert, daß unsere schon be-
stehenden Viehzüchtungs- und Herdbuchs- Vereine den gemeinsamen Verkauf nach dem Auslande als einen besonderen Zweig ihrer Thätigkeit kultivieren würden, etwa unter der Rubrik„Sektion für genossenschaftliche Verwertung des Zuchtviehes.“
Der Schlac<htvieh-Absatz bewegt sich in anderen Bahnen;
er fordert in mancher Beziehung dringend eine Beseitigung von Übelständen, welche die Landwirtschaft bisher benachteiligen und die durch die genossenschaftliche Arbeit zweifellos gemildert, ja vielleicht aufgehoben werden könnten.
Mit Genugthuung sei es ausgesprochen, daß diese Überzeugung
bereits in einigen Teilen Deutschlands sic Bahn zu brechen beginnt,
indem durch genossenschaftliche Vereinigung versucht wird, den Pro-


