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Landwirtschaftliche Ankaufs- und Verkaufs-Genossenschaften, ihr Wesen und ihre Einrichtung : für die Praxis / bearbeitet von H. von Mendel
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Allgemeine Gesichtspunkte.

Concordia parvae res crescunt,

Das Genossenschaftswesen ist so alt, wie die Menschheit selbst. Überall, wo die Kraft des Einzelnen nicht ausreichte, um Hinder- nisse zu überwinden, Feinde darnieder zu werfen, oder die Früchte des Friedens zu ernten, da suchte er die Hilfe Gleichgesinnter, von denselben Interessen beseelter Nachbaren und Freunde. Wahrhaft Großes ist stets und immer nur erreicht durch das Zusammen- wirken vieler, möglichst gleichgearteter Kräfte=- das zeigt die LehrmeisterinGeschichte in unzähligen Beispielen.

Auf landwirtschaftlichem Gebiete begegnen wir in der ger- manischen Urzeit schon den Markgenossenschaften, von denen Geheimrat Hanssen in seinenagrarhistorischen Abhandlungen sagt: Es ist sehr wahrscheinlich, daß, wie uns von mehreren alten Bölkern berichtet wird, so auch bei den Germanen die Genossen einer Feldmark die Äder gemeinschaftlich bestellt, geerntet und erst die Ernte unter fich geteilt haben. So weit damals sc<on die Einteilung der Feldmarken in Gewanne und der Gewanne in Äcer bestand, konnte dieses Vorgehen dabei nur die Bedeutung einer gleichmäßigen Berteilung der Arbeiten über schwe- rere und leichtere, ebene und bergige, nähere und entferntere Län- dereien haben. Mit der definitiven Seßhaftmachung der Feld- genossenschaften wird diese Kommunion aufgehört haben, während sie sich in betreff der Heugewinnung auf Gemeinwiesen in mehreren Gegenden Deutschlands noch bis zur Stunde erhalten hat.

Was hob im 14. und 15. Jahrhundert das deutsche Gewerbe zu der Blüte und Macht empor, welche wir heute noch anstaunen? Nichts anderes als die Zünfte, die freie Genossenschaften

von Mendel, Genossenschaften.|