= S vb
daß der Reps einer reinen Brache wenig oder gar nichts nachgebe; wenn aber derſelbe in ſeinem Enthuſiasmus behauptet, daß dieſe Oehlfrucht ſelbſt ohne Düngung eine gute Borfrucht für das Wintergetreide ſey, ſo muß ich ihm darin, meiner Berehrung gegen ſeine Scriften un- geachtet, geradezu widerſprechen, weil ich ſie als ein zwar in allem Uibrigen ſehr nüßliches, aber auch als ein äußerſt ausſaugendes und düngerfreſſendes Gewächs kenne.== Wenn derſelbe ferner ſagt, daß er, wenn er je reine Brache hielte, erböthig wäre, dieſelbe Jedem unentgeldlich zum Rapsbau zu überlaſſen, wenn er auf
jeden Morgen auch nur drey Fuder Miſt aufführen wollte,-
daß er dagegen ſol<e nie zu Kartoffeln hergeben würde, wenn man ſich auch anheiſchig machte, den Morgen mit 6 bis 8 Fudern zu bedüngen,*) ſo komme ich in Berſu- <hung den Scholaſtifer zu ſpielen, und zu diſtinguiren 2 Wollte oder müßte man nach dieſer Brache durchaus Wintergetreide bauen, ſo hätte er ganz Recht, abernicht als ob der Raps keine ausſaugende Frucht wäre, oder als ob er ſo viel weniger erſchöpfend wäre, als die Kar-. toffeln, ſondern bloß, weil dieſe leßtern nah aller Welt Erfahrung, mit und ohne Dünger, Gott weiß warum, immer eine ſchlehte Borſrucht für das Wintergetreide, beſonders für den Weißen ſind, was man allerdings dem Rapſe nicht zur Laſt legen kann. Wollte man aber den Berſuch machen, nach dieſen beyden Gewächſen Sommer- getreide zu bauen, ſo ſtehe ich dafür, daß man nach doppelt gedüngten Kartoffeln auch gar beträchtlich mehr als nach ſchwach gedüngtem Rapſe ernten würde; ja es
*)|. S<werz's belg, Landw.


