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Die Standesherrn des Grossherzogtums Hessen und ihre Rechtsverhältnisse in Geschichte und Gegenwart / vorgelegt von Gustav Heyer, Gerichtsaccessist in Darmstadt
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1815 Osterreich subjiziert worden. Durch den Vertrag vom 30. Juni 1816 trat letzteres nun wieder das ganze Fürstentum an das Grossherzogtum Hessen ab.

Unter dem 8. Juli 1816 ergriff der Grossherzog Besitz von diesen Landen, wobei er gleichzeitig jedoch die Gerichte Diebach, Langenselbold, Meerholz, Lieb- los, Wächtersbach, Spielberg und Reichenbach, sowie den Ort Wolfenborn an den Kurfürsten von Hessen abtrat. ¹⁰)

Darnach kamen unter Grossherzoglich Hessische Souveränität: I. Der Fürst von Isenburg-Birstein mit folgenden Besitzungen: ²)

1. Das Oberamt Offenbach mit Offenbach(Stadt), Dreieichenhain(Stadt), Neu-Isenburg, Sprendlingen, Götzenhain, Offenthal, Münster, Urberach, Bürgel, Geinsheim, Philippseich(Schloss), Gehspitz(Hof), Neuhof(Hof); ferner die Orte Bindsachsen, Bös-Gesäss(diesseits der Brecht),) Burg-Bracht, Gelnhaar(Isen- burgischer Teil), ²) Hitzkirchen, Illnhausen, Kefenrod, Merkenfritz, Wenings (Stadt), Wernings.

II. Der Graf zu Ysenburg-Büdingen mit folgenden Besitzungen ³³): Aulen-Die- bach, Buches, Büdingen(Stadt), Calbach, Diebach am Haag, Dudenrod, Düdels- heim, Lorbach, Mittel-Gründau, Nieder-Mockstadt, Ober-Mockstadt, Orleshausen, Pferdsbach, Effolderbach zu), Erbacher Hof, Grossendorf bei Büdingen, Hain-Gründau, Heegheim, Leustadt(Hof), Rinderbügen, Rohrbach, Stockheim, Vonhausen, Wolf, die Ganerbschaft Staden zu 13⁄57. Bei der Aufhebung des ganerbschaftlichen Verbandes 1819 kam die Stadt Staden an Nsenburg-Büdingen*).

III. Der Graf zu Ysenburg-Meerholz mit folgenden Besitzungen): Alt-Wieder- mus, Beunde-Hof, Eckartshausen, Himbach, Langen-Bergheim, Marienborn.

IV. Der Graf zu JYsenburg-Wächtersbach mit folgenden Besitzungen*): Assen-

heim zu 5012 78), Bönstadt, Bruchenbrücken, Michelau, Ronneburg(Schloss und Hof).

In dem nämlichen Patent, in welchem der Grossherzog von den Isen- burgischen Landen Besitz ergriff, erklärte er gleichzeitig, dass er auch von der durch den Vertrag vom 30. Juni ihm zugefallenen Gräflich Solms-Rödelheimischen Hälfte von Niederursel Besitz ergreife).

Es sind ferner folgende Veränderungen zu erwähnen:

Der Wiener Kongress hatte die Wiederherstellung der Landgrafschaft Hessen-Homburg beschlossen ³⁰) und der Grossherzog von Hessen versprach in einem besonderen Vertrag vom 10. Juni 1815 mit Osterreich und Preussen: réintégrer le prince de Hesse-Hombourg dans ses possessions, revenus, droits et rapports politiques, dont il a été privé par suite de la confédération rhénane. In dem Vertrag vom 30. Juni 1816 versprach der Grossherzog von Neuem die Restitution der Landgrafschaft). Dieselbe erfolgte durch Patent vom 10. Juni 1816 82) Damit war auch der Landgraf von Hessen-Homburg aus dem hessischen Staatsverbande ausgeschieden; er war nun wieder souverän. Weniger Glück,

43) Archiv a. a. O., Bd. II, pag. 249, 250, Art. II, Nr. 3 des Vertrags vom 29. Juni 1876 mit Kurhessen, worin die genannten Ortschaften diesem Staat vorbehalten worden waren. Martens, a. a. O., pag. 65.

²⁰) Beitrüge zur Statistik des Grossherzogtums, Bd. XIII, pag. 12 u. 19. Isenburg wird nur von Birstein mit I geschrieben, dagegen von Wächtersbach, Meerholz und Büdingen mit Y.

²¹) Jenseits gehört zu Kurhessen.

²²) Der andere Teil war Hanauisch.

23) Beiträge a. a. O., pag. 19.

²3) Bezüglich der übrigen Anteile siehe oben zu Anm. 26.

²5) Siehe oben zu Anm. 49. Die Familie Löw zu Steinfurt hatte zu 3257 Anteil. Bei der erwähnten Teilung kam Ober- und Unter-Florstadt an diese Familie. Beiträge a. a. 0., pag. 18 O0.

²6) Beiträge, pag. 20.

21) Beiträge, pag. 20.

²³) Bezüglich der übrigen Anteile siehe oben zu Anm. 41.

7⁰) Siehe unten S. 15.

80) Art. 48 der Kongressakte vom 9. Juni 1815.

81) Näheres siehe bei Sch midt, a. a. O., pag. 27, Anm. 87. Art. V des Vertrags vom 30. Juni 1816.

62) Archiv, Bd. II, pag. 250.