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Die Standesherrn des Grossherzogtums Hessen und ihre Rechtsverhältnisse in Geschichte und Gegenwart / vorgelegt von Gustav Heyer, Gerichtsaccessist in Darmstadt
Entstehung
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XIII. Der Graf von Schlitz, genannt von Görtz mit folgenden Besitzungen: ³⁶)

Schlitz(Stadt), Bernshausen, Frau-Rombach, Hartershausen, Hemmen, Hutz- dorf, Ullershausen, Utzhausen, Unter-Wegfurth, Unter-Schwarz, Willofs, Nieder- Stoll, Ober-Wegfurth, Pfordt, Queck, Rimbach, Sandlofs; Berngerode, Richthof (Rechberg), Sassen, Wehnerts(Höfe).

XIV. Der Fürst von Leiningen wegen gewisser, ihm in den zur Grafschaft Erbach(Erbach-Fürstenau) gehörigen, dem Amte Freienstein zugeteilten Ort- schaften: nämlich Hesselbach, Gallenbach(Gallmbach, Eduardsthal), Hebstahl, Untersensbach und Kailbach zustehenden Gerechtsamen. ¹*)

XV. her Burggraf zu Friedberg wegen folgender zur Burggrafschaft gehören- der Orte: ¹⁸)

Burg Friedberg(Vorstadt und Jägerhaus), Altenstadt, Büdesheim, Gross- Karben, Heldenbergen, Ilbenstadt, Kaichen, Klein-Karben, Oberau, Okarben, Rendel, Rodenbach, Rommelshausen, ferner Anteil an der Ganerbschaft Staden zu 1¹2².(Das Dorf Stammheim der niederen Jurisdiktion nach). ¹⁹)

XVI. Der Landgraf von Hessen-Homburg wegen des Amtes Hessen-Homburg, ⁵⁰) bestehend aus:

Homburg, Oberstetten, Köppern, Seulberg, Gonzenheim, Kirdorf, Dillingen, Friedrichsdorf, Dornholzhausen. ¹)

XVII. Der Graf zu Wittgenstein-Wittgenstein mit den Schultheisereien:

Arfeld, Banfe, Elsoff, Erndtebrück, Feudingen, Laasphe, Niederlaasphe, Schwarzenau mit 72 Dörfern, Höfen etc.)

XVIII. her Graf zu Wittgenstein-Berleburg mit den Schultheisereien Astenberg, Birkelbach, Schüllar, Wingeshausen, Berghausen, Berlenburg mit der Stadt Berlenburg und 44 Dörfern, Höfen etc. ⁵³)

Mit Vorstehendem haben wir die Besitzungen der nunmehrigenStandes- herrn des Grossherzogtums wiedergegeben. Es waren 18 Fürsten und Grafen, welche durch die Rheinbundsakte unter die Souveränität des Grossherzogs von Hessen kamen. Nicht alle Besitzungen der Standesherrn waren vordem reichs- ständisch, manche hatten nur die Qualität von ritterschaftlichen Gütern.

Am 13. August 1806 erliess der Grossherzog folgendes Patent und legte damit die Hand auf die seiner Souveräntität verfallenen Gebiete: ⁵⁴)

46) Dieselben sind verzeichnet in den Beiträgen, a. a. O., pag. 18, s. Winkopp, a. a. O.,

Bd. III, pag. 238; Bd. V, pag. 448/49. Da die Herrschaft Schlitz nicht reichsständisches Gebiet war, kam der Graf auch nicht als»Standesherr« unter die hessische Souveränität, sondern nur als»Patrimonialgerichtsherr«. Infolge eines von ihm an den Grossherzog eingereichten und mit»stattlichen Gründen«, versehenen diesbezüglichen Gesuchs ver- lieh der Grossherzog unter dem 30. Dezember 1808»in Rücksicht der besonderen Ver- hältnisse, in welchen er zum vormaligen Wetterauischen Reichs-Grafen-Kollegio ge- standen« ihm und seiner ehelichen Nachkommenschaft wegen der ihnen zugehörigen Herrschaft Schlitz alle Rechte eines Standesherrn. Vergl. die Ausführungen oben, S. 1, Abdrücke dieser Verordnung: Winkopp, a. a. O., Bd. X, pag. 247. Archiv a. a. O., Bd. I, pag. 353.

Dem Grafen war wegen seiner, bei der Reichsritterschaft immatrikulirten Herrschaft Schlitz 1804 die Aufnahme als Personalist in das reichsgräfliche wetterauische Grafen- kolleg zugesichert worden, die Aufnahme war jedoch nicht zum Vollzug gekommen.

Durch Bundesbeschluss vom 13. Februar 1829 wurde der Graf als Standesherr an- erkannt. Siehe unten S. 95.

47) Das Nähere hierüber s. unten S. 9 ff.*

48) Beiträge, a. a. O., pag. 16, 18. Winkoppa. a. O., Bd. V, pag. 451; Bd. III, pag. 238, 491.

4) Bezüglich der übrigen Anteile siehe unten zu Anm. 75.

50) Beiträge, a. a. O., pag. 30. Winkopp, a. a. O., Bd. III, pag. 238; Bd. V, pag. 448.

51) Zu Homburg gehörte noch der mit Solms-Rödelheim gemeinschaftliche Ort Petterweil, s. oben zu Anm. 44.

52) Beiträge, a. a. O., pag. 30. Winkopp, a. a. O., Bd. III, pag. 238; Bd. V, pag. 454.

53) Beiträge, a. a. O., pag. 30. Wink opp, a. a. O., Bd. III, pag. 238; Bd. V, pag. 455.

³³) Der Erlass ist abgedruckt bei Winkopp, a. a. O., Bd. 1, pag. 103 ff. und im Archiv, a. a. O., Bd. I, pag. 3 ff.