Arenberg. 217
Hof kommt, das Mühlenbachthal abwärts. Wo das Thal sich gegen die sichtbar werdenden Schornsteine einer Hütte links wendet, kreuzt man den von dort kommenden Weg und geht gerade aus den gegenüberliegenden, bebuschten Berghang links wendend hinauf. Wenn man auf der Höhe aus dem Walde tritt, sieht man die Häuser von Arenberg vor sich.
Arenberg ist ein vielbesuchter Mallfahrtsort, im Volks- mund„Roter Hahn“ genannt, nach dem(ursprünglich einzigen) Gasthause Rother Hahn, auch jetzt noch durchaus empfehlens- wert. Neben demselben bestehen jetzt viele Gasthöfe, da der Fremdenverkehr zu Fuss und Wagen von Ehrenbreitstein her sehr gross ist, besonders durch die elektrische Bahn. Man hat von oben einen prächtigen Blick auf Ehrenbreitstein mit seinen Festungswerken, auf Coblenz, das Mosel- und Rheinthal. Zu seiner jetzigen Bedeutung hat der Ort sich erst entwickelt durch die unaplässigen und aufopfernden Bemüh- ungen des 1893 verstorbenen Pfarrers Kraus, dessen Anlagen, der Kreuzweg, der Oelberg und die Erléserkapelle, auch für den Nichtkatholiken sehr sehenswert sind. Der Kreuzweg, dessen 14 Stationen jede durch eigene Gestein- und Pflanzenarten charakterisiert werden, beginnt bei dem 10 Min. entfernten Pilial Immendorf. Die Christusstatue auf dem Oelberge ist von der Kaiserin Augusta, die der Anlage grosses Interesse ent- gegenbrachte, gestiftet worden. In dem Kloster haben die Dominikanerinnen ein grosses Haushaltungspensionat errichtet.
Der Abstieg nach Ehrenbreitstein, welcher verschiedene schöne Aussichtspunkte aufweist, erfordert auf der guten Chaussee etwa ¼ Std., doch kann man bei Telegraphenstange 38, wo ein Wegweiser nach links zeigt, einen Fussweg einschlagen, der nachher wieder auf die Hauptstrasse führt. Von Ehren- breitstein benütze man die elektrische Bahn nach Coblenz, wenn man nicht vorzieht, über die Brücke zu Fuss zu gehen.
Nachdem die Lahn aus ihren Bergen in das hier ziemlich breite Schwemmland des Fheines eingetreten ist, fliesst sie zwischen den beiden Städten Nieder- und Oberlahnstein hindurch und mündet unfern der ersteren mit einer Wendung nach Norden. An der rechten Mündungsseite liegt in stiller Weltabgeschiedenheit unter Nussbäumen die frühere Pfarr- kirche von Niederlahnstein, die spätromanische Johannis- kirche, welche im 30 jährigem Kriege zerfallen und seitdem verwahrlost und fast zur Ruine geworden, neuerdings aber wieder hergestellt ist.—
Beide Städte gehören ihrer Lage und Entwicklung nach mehr dem Rhein als dem Lahnthale an.


