Teil eines Werkes 
[1] (1902) Das Lahnthal von der Lahnquelle bis zur Mündung nebst den Seitenthälern in ihren unteren und mittleren Stufen : mit ca. 100 Illustrationen und 5 Plänen, 4 Kärtchen und einer grossen Übersichtskarte / bearbeitet von Heinrich Luerssen, Wetzlar
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen

216 Braubach.

den Rittergeschlechtes, demütig vor Gott, hochherzig gegen Men- schen, der Lüge und des Unrechts Feind, hochbegabt in Pflicht und Treue, unerschütterlich in Acht und Bann, des gebeugten Vaterlandes ungebeugter Sohn, in Kampf und Sieg Deutschlands Mitbefreier. Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein.

Vom Oberlahnsteiner Forsthause verfolgt man die Braubacher Landstrasse; jenseits des ersten Wegweisers kann man den rechts neben der Strasse im Wald herlaufenden Fussweg be- nützen. Nach etwa 40 Min. tritt die Strasse aus dem Walde auf offenes Feld, welches mit zahlreichen Obstbäumen besetzt ist, und führt in Windungen in einem kleinen Seitenthale des Braubaches abwärts. Jenseits des Thales erblickt man auf der Höhe zwei Schornsteine, Rauchabzüge für das Blei. und Silberwerk der Aktiengesellschaft Braubach, deren im Thal ge- legene weite Baulichkeiten mit demselben durch eine Draht- seilbahn verbunden sind. Mächtige Schutthalden künden die Bedeutung des Werkes an. Von Braubach, einem Rhein- städtchen mit 2500, der Mehrzahl nach evangelischen Einwohnern (Gasthäuser: Kaiserhof, Deutsches Haus, Nassauer Hof, Reheini- scher Hof u. s. w.), über dem die malerische Marksburg, die einzige wohlerhaltene Rheinfeste, auf steilem, zackigen Felsen aufragt, kann man entweder die rechtsrheinische Bahn nach Niederlahnstein oder das Lokal-Dampfboot nach Coblenz benützen.

Wer den zweiten Weg von Ems über Arenberg nach Ehrenbreitstein einschlagen will, verfolgt zunächst auf dem rechten Lahnufer die Coblenzer Strasse bis zum Dorfe Fachbach. Bei Telegraphenstange 28 geht man rechts an der Stad Coblenz vorbei, den Bach aufwärts, biegt bei der Kreuzi- gungsgruppe über den Bach nach links und verfolgt den an- fangs schwach, nachher kräftiger ansteigenden Pfad aufwärts, der in 35 Min. zum Lahnberger Hof führt, wo Erfrischungen zu haben sind. Jenseits des Hofes geht der Weg weiter auf- wärts und teilt sich beim Stock kurz vor dem Walde. Man wählt den links führenden Waldpfad, auf dem man, sich immer rechts haltend, nach etwa 10 Min. auf eine Wiese kommt. Man hält sich anfangs am Walde entlang, geht dann gerade- aus über die Wiese zur Höhe, biegt aber 1 Min. vorher von dem breiteren Wege rechts ab auf den schmäleren Wiesen- pfad. Von der Höhe sieht man rechts den Mühlenbacher Hof. Man verfolgt den Pfad weiter nach dem innersten Winkel des gegenüberliegenden Waldes und nach rechts in demselben den Pfad, welcher zwischen Hochwald zur Linken und Nieder- wald zur Rechten hinführt. Nach 3 Min. tritt man aus dem Walde, hält sich kurze Zeit links am Waldesrande hin, über- schreitet den Bach und verfolgt den Weg, der vom Mühlbacher