Von Ems bis zur Lahnmündung. 215
Hülte(jetzt Drahtflechtwerk) vorbei in etwa 2 ½ Std. nach Niederlahnstein führt.
Empfehlenswerter sind zwei andere Wege von Ems über die Berge an den Rhein. Der eine führt das Braunebachthal aufwärts über das Oberlahnsteiner Forsthaus nach Braubach, der andere auf der rechten Lahnseite über Fachbach, Aren- berg nach Ehrenbreitstein. Beide Wege erfordern 2 ¼ bis 2 ½ Std. Wanderzeit. Wählt man den ersten Weg, so geht man vom Bahnhof links über die Schienen, wo rechts eine Tafel mit der Aufschrift„Nach dem Forsthaus 3,6 km“ steht. Hat man die Häuser von Spiess-Ems hinter sich, so steigt der Weg langsam an in einem engen, stillen Wiesenthal, in welches der Wald von beiden Seiten bis zur Sohle hereinragt. Bald hören die Wiesen ganz auf und der Bach wird zum Waldbach. Nach 25 Min. wird der Blick freier, der Wald hält sich nur zur rechten Seite, das Thal weitet sich. Nach weiteren 10 Min. stösst man bei einer schwachen Wegkrüm- mung auf einen Wegweiser an einem Baume, welcher rechts in den Wald nach dem Forsthause weist. Wenn man nicht vorzieht, die Hauptstrasse einzuhalten, kann man dem Wald- pfade folgen, welcher, anfangs ziemlich eng und verwachsen, bald sich lichtet und nach etwa einer Viertelstunde bei einem an einer Tanne angebrachten Wegweiser in einen breiteren übergeht. Dieser führt rechts über einen Wiesengrund, jen- seits dessen der Welsche Hof sichtbar wird. An einem Apfel- baume zeigt ein Wegweiser nach links auf einen schmalen Feldpfad, der über einer kleinen, mit Obstbäumen bestandenen Hohle hinleitet und bald angesichts des Forsthauses auf die Früchter Strasse stösst.
Im Forsthause ist eine gute, saubere Wirtschaft, vor dem- selben schöne Plätze, um im Freien unter den Bäumen zu sitzen, dem Hause gegenüber ein Pavillon. Es treffen hier die Strassen von Ems, Nassau, Braubach, Oberlahnstein und Frücht zusammen. Nach letzterem Orte, der 20 Min. entfernt ist, kann man von hier aus einen Abstecher machen, um die Familiengruft der Freiherren vom Stein zu besichtigen. Bequeme und hübsche Wege führen dorthin auch vom Malbergkopf über den Malbergs-Hof in etwa einer Stunde und von der Haltestelle Friedrichsegen aus in ¾¼ Std.
In der südlich vor dem Orte Frücht am Friedhof gelegenen goti- schen Grabkapelle liegt der letzte männliche Spross des Geschlechtes, der grosse Ppreussische Staatsminister, bestattet. Ein Monument aus karrarischem Marmor deckt sein Grab mit einem Reliefbildnis und der Inschrift:„Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein, geb. 27. Okt. 1757, gest. 29. Juni 1831, ruhet hier, der Letzte seines über 7 Jahrhunderte an der Lahn blühen-


